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Höhere Mehrwertsteuer auf Fleisch und Wurst – Umweltbundesamt zieht falsche Konsequenzen

Foto: Billigfleisch im Supermarktregal sollte laut UBA teurer sein [Quelle: Martina Roell CC BY-SA 2.0]   Im Namen des Umweltschutzes sollen laut Umweltbundesamt Fleisch, Wurst und Milch teurer werden. Doch ist eine Mehrwertsteuer-Erhöhung ein sinnvolles Mittel um die Umwelt zu schützen? Welche alternativen Steuerungsmodelle gibt es? Wie die Tagesschau berichtete, plant das Umweltbundesamt eine Erhöhung der Mehrwertsteuer von 7% auf 19% für alle Tierprodukte wie Milch und Fleisch. Damit erhofft sich das Amt mehr Staatseinnahmen und ein Rückgang des Verkaufs von umweltschädlichen Lebensmitteln, was sich wiederum positiv auf den Schutz von Gewässern und Agrarflächen auswirkt. Dies ist nur eine der vielen Maßnahmen, die das Umweltbundesamt in seinem Bericht über Umweltschädliche Subventionen in Deutschland 2016 vorschlägt. Hauptsächlich werden Subventionen für Atomkraftwerke, Kohlebergbau und im Bereich von energieintensiven Unternehmen durch Strom- und Energiesteuer-Ermässigungen angeprangert. Mehrwertsteuererhöhungen auf Fleisch- und Wurstprodukte machen nur einen kleinen Teil des Berichtes aus – doch an daran entzünden sich die Gemüter. Die KritikerInnen führen an, dass die Mehrwertsteuererhöhung in erster Linien Menschen mit geringem Einkommen zu stark belastet. Fleischproduktion ist umweltschädlich Das Umweltbundesamt hat Recht mit seiner Analyse, dass die Fleischproduktion umweltschädlich ist. Sie fördert in Südamerika die Abholzung von Regenwäldern, damit dort das Soja für die europäischen Tiermastanlagen angebaut werden kann. Hier in Deutschland werden Böden und Gewässer durch die Gülle belastet, die bei der Tiermast entstehen. Auch der Einsatz von Antibiotika in der Massentierhaltung stellt durch MRSA ein immer gravierendes Problem da. Wie kann der Fleischkonsum reduziert werden? Möglichkeiten den umweltschädlichen Fleisch- und Wurstkonsum zu reduzieren gibt es viele. Das Umweltbundesamt schlägt eine Erhöhung der Mehrwertsteuer auf 19% vor. Die Mehrwertsteuer setzt als Konsumsteuer nicht bei der Produktion, sondern beim Kauf der Produkte an. Alternativ könnten auch die Importe von Futtermitteln oder die Umweltbelastung durch Massentierhaltung verteuert...

Konsum und Überflussgesellschaft – Tipps für ein ökologisches Weihnachten

Jetzt kurz nach Weihnachten zeigen sich die Schattenseiten von unserem Konsumstil. Massen an unverkauften Produkten, die von den Supermärkten direkt in den Müll gehen und Massen von noch nutzbaren Artikeln werden von den Privathaushalten entsorgt, weil sie durch neue Geschenke ersetzt wurden. Wie lässt sich Weihnachten ökologischer gestalten? Überfluss an Weihnachtsbäumen Gestern, vier Tage nach Weihnachten, bin ich an einem Weihnachtsbaum-Stand vorbeigefahren. In dem mit Bauzäunen abgesperrten Platz lagerten noch an die 60 unverkaufte Nordmanntannen und Blaufichten. Abholbereit waren sie schon in weiße Kunststoff-Netze eingepackt. Bei einem Durchschnittsalter von zehn Jahren, stehen dort circa 600 Jahre Baumleben sinnlos abgeholzt herum. Zu Weihnachtsbäumen werden diese Bäume nicht mehr werden. Bestenfalls taugen sie noch für Brennmaterial für die Pelletheizung. Möglicherweise hat das Unternehmen den Bedarf an Weihnachtsbäumen unterschätzt und mit den nicht verkauften Bäumen Verlust gemacht. Da das Unternehmen jedoch schon seit vielen Jahren den Weihnachtsbaumverkauft organisiert, ist dieser „Verlust“ wahrscheinlich einkalkuliert. Die Nachfrage an kleinen Weihnachtsbäumen ist jedenfalls in den letzten Jahren laut der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald steigend. Was die Schutzgemeinschaft ebenfalls feststellt: die meisten Weihnachtsbäume kommen aus Weihnachtsbaumplantagen, die mit Dünge-, Schädlingsbekämpfungs- und Unkrautvernichtungsmitteln arbeiten. Die Böden und Gewässer, die damit belastet werden, liegen also in erster Linie in Deutschland. Die Alternative wäre ein regionaler Öko-Weihnachtsbaum mit Bio-Siegel. Weihnachtsschmuck als Umweltrisiko Anders sieht dies mit Baumschmuck und Lichterketten aus. Die Lichterketten in den unzähligen Vorgärten, Balkonen und Fensterrahmen stammen meist aus Fernost. Durch die laxen Umweltschutzbedingungen in China sind es in erster Linie die BewohnerInnen der dortigen Industriegebiete, die darunter leiden. Durch Transport mit Schiffen und LKW nach Europa und bis in den heimischen Vorgarten entstehen klimarelevante Treibhausgase. Diesen fallen auch bei dem Betrieb von Kohlekraftwerken an, die in Deutschland nun das Rückgrat der Energieerzeugung darstellen. Damit trägt Weihnachten in der westlichen Welt auch seinen Anteil...

Plastikmüll: Mehlwürmer fressen Polystyrol-Kunststoff

Foto: Mehlwürmer (Tenebrio molitor) können sich von Kunststoff-Müll ernähren (Quelle: ACJC1 CC BY-SA 2.0) Erdölbasierte Kunststoffe galten bislang nicht als biologisch abbaubar. Über Jahrzehnte zersetzen sie sich langsam und reichern sich als Mikroplastik in der Nahrungskette an. Doch Mehlwürmer scheinen etwas zu können, was eine Lösung für die stetig wachsenden Müllhalden an Kunststoff-Müll darstellen könnte. Biologischer Kunststoff-Abbau Zerfressen wie ein Schweizer Käse: Der Forscher von der Stanford Universität präsentierte einen weißen Polystyrol-Block, der von Frassgängen der Mehlwürmer durchlöchert war. Den Mehlwürmern war es möglich, dem Kunststoff lebenswichtige Nährstoffe zu entziehen. Bislang ging man davon aus, dass dieser Kunststoff in der Natur ohne die Wirkung von UV-Strahlung nicht abgebaut wird. Verantwortlich für die Zersetzung von Polystyrol sind Bakterien im Darm der Mehlwürmer. Ihnen ist es möglich, Kunststoff so zu zersetzen, dass die  Mehlwürmer daraus ihre Nährstoffe beziehen können. In den Ausscheidungsprodukten der Würmer ist der Kunststoff so weit biologisch abgebaut, dass er Pflanzen als Dünger dienen kann. Polystyrol-Kunststoff als Nahrung In den Experimenten fraßen 100 Mehlwürmer pro Tag circa 34 bis 39 Milligramm Polystyrol. Hochgerechnet auf einen weiß-braunen Kaffeebecher aus einem Automaten (Gewicht: 4,2g) bräuchten es circa 11.200 Würmer, um ihn innerhalb eines Tages zu zersetzen. Diese Relationen zeigen, dass riesige Mengen Mehlwürmer nötig wären, um mit dem Müllaufkommen von Polystyrol-Produkten mitzuhalten. Mehlwürmer als biologische Kunststoffentsorgung? Polystyrol  ist in vielen Produkten unseres täglichen Lebens enthalten. Einweg-Geschirr, Joghurt-Becher, abgepackte Wurst- und Käseprodukte oder die Kunststoffschalen von Weintrauben und Champignons - viele Lebensmittel sind in Polystyrol verpackt. Als Schaumstoff oder expandiertes Polystyrol (EPS) kommt es als Fassadendämmstoff, Polstermaterial oder Isoliermaterial (z.B. Styropor) zum Einsatz. Dass Recycling von Polystyrol ist aufwändig und aufgrund von Verschmutzungen und Belastung mit anderen Chemikalien (z.B. Flammschutzmittel) ökologisch zwar notwendig, ökonomisch aber unrentabel. Deshalb wandert ein Großteil in die Müllverbrennung. Mehlwürmer könnten zur...

Müllproblem Coffee-to-go: Warum lassen sich Einweg-Kaffeebecher nicht recyceln?

Foto: Wegen des hohen Kunststoffanteils sind Coffee-to-go Einwegbecher nur schlecht biologisch abbaubar (Quelle: TransitionsBlog.de) Auch wenn sie zum größten Teil aus Pappe bestehen, sind sie ein Problem für die Recycling-Anlagen. Was ist am Wegwerf-Kaffeebecher so problematisch und welche umweltfreundlichen Alternativen gibt es? An vielen S-Bahnstationen lassen sie die Mülleimer überquellen. Massen von Pappbechern für den Kaffeedurst für unterwegs. Doch was nach einem Haufen nachwachsender Rohstoffe aussieht, ist ein handfestes Recycling-Problem. Kaffeebecher – außen Pappe, innen Kunststoff Damit der Kaffeebecher seine Form behält, ist er an der Innenseite mit einer Kunststoff-Beschichtung geschützt. Als Kunststoff kommt häufig Polyethylen (PE) zum Einsatz. Die Beschichtung verhindert, dass sich die Pappe mit dem Kaffee voll saugt und aufweicht. Der Deckel besteht meist aus dem Kunststoff Polystyrol (PS). Dieser Kunststoff kommt auch bei den braunen Einwegbechern aus Kaffeeautomaten oder aufgeschäumt, als weißer Einweg-Thermobecher zum Einsatz. Abbildung: Kunststoffe im Coffee-to-go Einwegbecher (Daten: DUH / Quelle: TransitionsBlog.de) Recycling von Coffee-to-go Bechern Bestehen die Kaffeebecher aus einem Verbundwerkstoff, müssen die Materialien erst getrennt werden. Erst dann können sie für eine Wiederverwendung vorbereitet werden. Kaffeebecher, die nur aus Kunststoff bestehen, können recycelt werden. Bei den Papp-Bechern sieht dies anders aus. Wie bei Tetra-Packs auch, sind hier Papier und Kunststoff fest zusammengefügt. Beim Recycling von Papier werden die Papierfasern in Wasser aufgeweicht und anschließend von Fremdstoffen abgetrennt. Die Papierfasern von Kaffeebechern lassen sich aber nicht von der Kunststoffbeschichtung ablösen. Deswegen werden sie als Störstoffe abgefiltert und in einer Müllverbrennungsanlage verbrannt. Nur mit Biokunststoff sind Kaffeebecher biologisch abbaubar Einige Bäckereien und Coffee-Shops bieten mittlerweile auch Becher aus Biokunststoff an. Diese Becher können kompostiert werden – verrotten also unter optimalen Bedingungen. Statt Erdöl, werden dafür jedoch extra Nutzpflanzen angebaut, um daraus den Biokunststoff herzustellen. Häufig wird hier PLA (Polylactide) genutzt. Dieser wird aus Zucker oder Stärke hergestellt,...

3 Gründe sich statt vegetarisch konsequent vegan zu ernähren

Abbildung: 10% der deutschen Bevölkerung ernähren sich vegetarisch, 1,1% leben vegan (Quelle: Reishunger CC-BY-2.0) Viele Menschen entscheiden sich aus Umweltschutz und ethischen Gründen dazu, sich fleischfrei zu ernähren. Doch ohne Tiermast und Schlachthöfe funktioniert auch eine vegetarische Ernährung nicht. Drei Gründe, warum eine vegane Ernährung der vegetarischen vorzuziehen ist. 1. Tierschutz – auch bei vegetarischer Ernährung werden Tiere geschlachtet Keine Tiere zu essen bedeutet nicht, dass Tiere dadurch nicht transportiert, gemästet und geschlachtet werden. Die Produktionsbetriebe für Milch und Eier sind quasi identisch mit den Betrieben für die Fleischproduktion. Ohne Steak, keine Milch – ohne Milch, keinen Käse Die Milchkuh gibt Milch, doch das macht sie nicht freiwillig. Kühe lassen sich nur melken, wenn sie ihre Kälber säugen. Eine Milchkuh hat etwa eine Lebenserwartung von vier bis fünf Jahren. Dann sinkt ihre Milchleistung und Krankheiten häufen sich. Die Kuh ist nicht mehr profitabel genug und wird geschlachtet. Da ihr Fleisch durch die intensive Milchproduktion nicht mehr besonders schmackhaft ist, wird es nur noch als Hackfleisch weiterverarbeitet und landet in der Fleischtheke. In der Lebenszeit einer Milchkuh kalbt diese circa drei bis vier Mal. Die Kälber werden zeitnah von der Mutterkuh getrennt – denn ihre Milch ist für den Menschen bestimmt und nicht für das Kalb. Die männlichen Kälber gehen entweder in die Kälbermast (fünf bis sechs Monate) oder in die Bullenmast (15 bis 18 Monate) und werden anschließend geschlachtet. Den weibliche Kälbern ist  entweder eine Zukunft als Milchkuh vorherbestimmt oder sie wandern, wie ihre männlichen Artgenossen, in die Kälbermast.   Männliche Küken als Abfall Nicht anders läuft es in der Produktion von Eiern ab. In befruchteten Eier reifen entweder Hähne oder Hennen heran. Da in der Fleischindustrie spezielle Hühnerlinien genutzt werden, legen diese als Legehenne entweder viele Eier oder haben als Masthühner einen...

Klimaschutzplan 2050: Wie die Regierung den Klimaschutz ausbremst und die Interessen von Bevölkerung und Umwelt für die Wirtschaft opfert

Foto: Dekarbonisierung der Wirtschaft durch Kohleausstieg und Ausbau von PV- und Windenergie (Quelle: EnergieAgentur.NRW CC-BY-2.0) Die Medien überschlugen sich als die vier großen Umweltschutzverbände Greenpeace, WWF, BUND und NABU das Beteiligungsverfahren für den neuen Klimaschutzplan 2050 aus Protest verließen. Auch Bürgerinnen und Bürger wurden befragt, welche Klimaschutzmaßnahmen sie für wichtig halten. Was passierte mit den Forderungen der Bevölkerung? Der Klimaschutzplan 2050 als Umsetzung des Pariser Abkommens Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit hat 2015 eine Initiative gestartet, um für die Bundesregierungen einen Maßnahmenkatalog zu erstellen mit dem Deutschland die Klimaschutzziele im Rahmen des Klimaabkommens von Paris zu erfüllen. Darin haben viele Länder den Willen ausgedrückt, die Erwärmung der Atmosphäre auf unter zwei Grad Celsius zu begrenzen. Um dies zu erreichen, soll der gesamte CO2-Ausstoß von Deutschland auf 5% bis maximal 20% gegenüber dem Jahr 1990 gesenkt werden. Ambitionierte Ziele also, die einen tiefgreifenden Wandel der Wirtschaft bedeuten würden. Deshalb hatte das BMUB schon frühzeitig versucht, mit einem Dialogverfahren wichtige gesellschaftliche Akteure mit einzubinden. Dialogverfahren aus den Bundesländern, Kommunen, Verbänden und einzelnen BürgerInnen Zu Beginn dieses Verfahrens wurde die Dialogpartner dazu aufgerufen Vorschläge einzureichen, die dann im Anschluss gegenseitig bewertet wurden. Um dies nicht von oben herab zu beschließen, wurden auch die BürgerInnen befragt. Zu diesem Zweck wurden am 14. November 2015 in den Städten Hamburg, Leipzig, Essen, Frankfurt und Nürnberg 472 BürgerInnen aus einer Zufallsstichprobe eingeladen. Diese beschlossen 77 Maßnahmen, wie die Wirtschaft nachhaltig umgebaut werden kann. In einem „Online-Dialog“ wurden diese Maßnahmen dann auf 19 Maßnahmen eingedampft. Was fordern die BürgerInnen für den Klimaschutz? Die Forderungen erstrecken sich über die Bereiche Energie, Landwirtschaft, Bildung, Wohnen und Steuerpolitik. Die konkretesten Forderungen sind der Ausstieg aus der Kohleverstromung bis zum Jahr 2030, eine Demokratisierung der Energiewirtschaft, die Einführung einer Klimaabgabe, die Abschaffung von...