RSS Verzeichnis RSS FEED Blog Rot & Weiß
SPORT / FUßBALLFANS / Blog Rot & Weiß
RSS NEWSFEED INFOS

Feed Titel:
Blog Rot & Weiß
Feed Beschreibung:
RSS Feed abonnieren:
http://www.blogrotundweiss.de/feeds/posts/default

Glanzlos ins Achtelfinale

Letzter Spieltag in der Gruppenphase der Königsklasse. Vor den abschließenden Begegnungen lagen der SSC Neapel und Benfica mit jeweils acht Punkten auf den Plätzen eins und zwei, Besiktas folgte mit nur einem Zähler Abstand. Lediglich Dynamo Kiew stand mit zwei Punkten bereits als Gruppenletzter fest.Die Ausgangslage für Benfica war damit klar. Wenn irgend möglich, sollte ein Sieg gegen den SSC Neapel her. Doch selbst eine Niederlage könnte zum Weiterkommen ausreichen, falls der türkische Meister in Kiew nicht gewinnen sollte.Dass all diese Rechenspiele nötig wurden, lag in erster Linie an Besiktas, das in beiden Partien gegen Benfica jeweils in den Schlussminuten den Ausgleich schaffte. Auch dass die Türken gegen Neapel gleich vier Punkte holen würden, hatte zumindest ich nach der Auslosung nicht auf dem Zettel.Bevor es im Estádio da Luz ums Überwintern in der Champions League ging, hatte ich am Mittag auf meine alten Tage einen ersten Fernsehauftritt. Im TV-Kanal der größten portugiesischen Sportzeitung A Bola durfte ich während einer halbstündigen Gesprächsrunde erzählen, wie es dazu kam, dass ich als Deutscher Mitglied und Dauerkarteninhaber bei Benfica bin. Die Fankulturen in Portugal und Deutschland sowie die unterschiedlichen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen im globalen Fußballgeschäft waren weitere Themen. Das Ganze hat viel Spaß gemacht und schmeichelt natürlich auch ein wenig dem Ego.Weniger Spaß machte am Abend das Geschehen auf dem Rasen, zumindest wenn man es mit Benfica hielt. Mehr als 55.000 Fans sahen einen selbstbewussten Auftritt der Gäste aus Neapel, die mit ihrem bärenstarken Mittelfeld die Partie über weite Strecken bestimmten. Viel zu selten gelang der Mannschaft von Coach Rui Vitória ein konstruktiver Spielaufbau, am Ende ging das knappe 1:2 für den SSC Neapel völlig in Ordnung.So lag es weniger an der Vorstellung des eigenen Teams, dass die Stimmung auf den Rängen ziemlich entspannt war. Bereits zur Halbzeit führte Dynamo Kiew mit 4:0 gegen Besiktas,...

Sonntags im Pina Manique

Selbst in Portugal scheint nicht immer die Sonne. Seit Freitag schüttet es in Lissabon wie aus Kübeln. In den Straßen schaukelt die Weihnachtsbeleuchtung im Atlantikwind und kämpft einen stillen Kampf gegen den grauen Regenschleier, der sich über die Stadt gelegt hat.Entsprechend leer ist am Sonntag die Buslinie 711, die mich zum Estádio Pina Manique bringt. Das halbe Land sitzt zu dieser Stunde mit einer guten Flasche Rotwein am Mittagstisch und freut sich auf die anschließende Siesta. Doch wer sich trotzdem auf die Straße wagt, wird belohnt. Zaghaft kämpfen sich die ersten Sonnenstrahlen durch die Wolkendecke. Als ich am Stadion ankomme ist der Himmel beinahe wieder so blau, wie es die Tourismuswerbung verspricht.Fast ein wenig erschrocken blickt mich der betagte Herr im Kassenhäuschen an, als ich nach einer Eintrittskarte frage. Welcher Sektor es denn sein darf, möchte er wissen. Eine Frage, auf die ich keine Antwort habe, denn ich bin zum ersten Mal im Pina Manique. Ob ich denn zu Casa Pia oder zu Oriental halten würde, lautet seine nächste Frage, die ich mir selbst noch garnicht gestellt habe. Dass ich mich für die Heimmannschaft entscheide, wird mit einem wohlwollenden Kopfnicken quittiert. Statt eines regulären Tickets für acht Euro bekomme ich ein Mitgliederbillet für drei Euro und darf auf der Haupttribüne Platz nehmen, die eigentlich den Sócios von Casa Pia vorbehalten ist.Doch zuvor plagt mich der Hunger, schließlich habe ich mich ohne Mittagessen auf den Weg gemacht. Da trifft es sich gut, dass in einer Blechhütte neben der Tribüne eine kleine Bar untergebracht ist. Von den beiden ebenso beleibten wie gut gelaunten Kollegen hinter der Theke werde ich bestens versorgt. Für zwei Bier, ein Schnitzelbrötchen und einen Espresso zahle ich 4,80 Euro. Im Preis inbegriffen ist in meinem Kaffee "gegen die Kälte" ein ordentlicher Schuss Schnaps, den mir der fürsorgliche Wirt...

Bilder für die Ewigkeit

Mitten im Herzen von Lissabon liegt in der Rua Jardim do Regedor die ehemalige Geschäftsstelle von Benfica. Das im 19. Jahrhundert ursprünglich als Wohnhaus errichtete Gebäude beherbergte von 1918 bis 1928 den Bristol Club, seinerzeit einer der angesagtesten Nachtklubs der portugiesischen Kapitale.Nachdem Benfica das Eckhaus 1933 übernommen hatte, diente es bis Anfang der 2000er-Jahre als Geschäftsstelle und Treffpunkt der Mitglieder.Doch mit dem Umzug ins neue Estádio da Luz teilte die verlassene Geschäftsstelle das Schicksal vieler historischer Gebäude im Stadtzentrum. Es stand leer und bröckelte langsam vor sich hin. 2016 dann die Wende zum Guten: Unter Federführung der vereinseigenen Stiftung Fundação Benfica wurde das Gebäude restauriert und wird jetzt unter anderem für temporäre Ausstellungen genutzt, die selbst im riesigen Klubmuseum am Stadion keinen Platz mehr finden.Den Anfang machte in diesem Sommer eine Ausstellung mit Arbeiten von Roland Oliveira. Der 2007 verstorbene Fotoreporter begleitete Benfica über fünf Jahrzehnte hinweg für die Vereinszeitung O Benfica und dokumentierte in dieser Zeit das Klubleben wie kein zweiter.In der Ausstellung wurden einzigartige Zeitdokumente aus den Jahren 1955 bis 1962 gezeigt. Zu sehen waren natürlich die so erfolgreichen Fußballhelden jener Tage sowie die Bauarbeiten zum ursprünglichen Estádio da Luz, das seinerzeit noch vor den Toren der Stadt lag. Daneben aber auch Aufnahmen unzähliger anderer Sportarten bis hin zu Ausflügen, die Benfica für Motorradfahrer veranstaltete, oder die ebenso kuriose wie kurzlebige Disziplin Fahrradhockey.Bis in seine letzten Lebensjahre blieb Roland Oliveira dem Verein verbunden. Erst im Frühjahr 2003 beendete ein Unglücksfall seine Arbeit als Fotograf. Als Oliveira wieder einmal vom gegenüber des Stadions gelegenen Einkaufszentrum Colombo Aufnahmen von den Bauarbeiten am neuen Stadion machte, stürzte der inzwischen 83-Jährige von einem Mäuerchen und konnte danach nie mehr eine Kamera in die Hand nehmen.

Die Ruhe vor dem Sturm

Bevor in der nächsten Woche zwei richtige Kracher auf dem Spielplan stehen, hatte Benfica an diesem Sonntag eine jener ungeliebten Pflichtaufgaben vor der Brust, die dem geneigten Fan schon Tage vorher ein leichtes Magengrummeln bescheren.Als Tabellensechzehnter kam Abstiegskandidat Moreirense zum Rekordmeister, drei Punkte für die Adler waren also Pflicht. Wie böse solche Spiele ab und zu in die Hose gehen können, ist hinlänglich bekannt.Für die Spieler von Coach Rui Vitória galt es zudem, das unglückliche 3:3 bei Besiktas aus den Köpfen zu bekommen, bei dem nicht nur ein Drei-Tore-Vorsprung, sondern auch die vorzeitige Qualifikation für die K.o.-Runde der Champions League verspielt wurde.Bei frühlingshaften Temperaturen erlebten dann aber fast 56.000 Zuschauer einen ausgesprochen entspannten Fußballabend. Bereits nach Pizzis erstem Treffer nach einer halben Stunde war die Partie praktisch entschieden, denn die Gäste agierten einfach zu harmlos. Wieder Pizzi nach einer Stunde und Raúl kurz vor dem Schlusspfiff sorgten für den komfortablen Endstand.Richtig erfreulich sind die Zuschauerzahlen im Estádio da Luz. Mit über 55.000 Fans pro Spiel verzeichnet Benfica den mit Abstand besten Schnitt seit Eröffnung des neuen Stadions im Jahr 2003 und liegt damit auf Platz acht der Publikumsmagneten in Europa. Lediglich Borussia Dortmund, der FC Barcelona, Manchester United, Bayern München, Real Madrid, Schalke 04 und der FC Arsenal begrüßten in dieser Saison noch mehr Fans zu ihren Heimspielen.Gut möglich, dass die Adler ihre nächsten zwei Heimspiele vor ausverkauftem Haus bestreiten. Am kommenden Dienstag geht es gegen den SSC Neapel in einem echten Endspiel für beide Klubs ums Überwintern in der Königsklasse. Fünf Tage später schaut Nachbar Sporting zum Stadtderby im Estádio da Luz vorbei.Vor der mit sehr viel Spannung erwarteten Festspielwoche muss Benfica am Freitag noch bei Marítimo auf Madeira antreten. Eine weitere Pflichtaufgabe, die die Mannschaft hoffentlich genauso souverän löst wie am letzten Sonntag.---SL Benfica - Moreirense FC 3:0Sonntag,...

Geisterstunde am Nachmittag

Die Woche begann mit einer Überraschung bei der mit viel Spannung erwarteten Mitgliederversammlung der Kickers am Montag:Mit den Worten "Wir wollen keine Satzungsänderung" kassierte Vize Relic die zuvor vom Präsidium selbst beantragte Zwangsumlage für die OFC-Mitglieder und vollzog damit eine Kehrtwende um 180 Grad. Zu groß waren wohl nach den zum Teil heftigen Reaktionen im Vorfeld die Bedenken der Kickersbosse, mit ihrem Antrag zu scheitern.Nun sollen wieder einmal Spenden dazu beitragen, die Schuldenlast zu mindern, die noch immer schwindelerregende 4,4 Millionen Euro beträgt. Sie könnte um 900.000 Euro gesenkt werden, falls die dafür benötigten 85.000 Euro zusammen kommen. Das wäre sicher ein Schritt in die richtige Richtung, jedoch kein Anlass zur Euphorie.Dass der OFC in einer Pressemitteilung davon spricht, der Klub könne damit "endgültig auf gesunde Füße" gestellt werden, scheint mir jedenfalls sehr optimistisch. Denn noch immer bleiben dann 3,6 Millionen Verbindlichkeiten, die eines Tages bedient werden müssen. Da hilft es wenig, dass diese Schulden auf die GmbH übertragen werden sollen, die erst vor kurzem mit Ach und Krach um die zweite Insolvenz binnen drei Jahren herumgekommen ist. Wie gewaltig die Summe ist, zeigt ein Blick auf den Gesamtetat, der gerade einmal 2,6 Millionen pro Jahr beträgt.Darüber, wie es aktuell um die GmbH bestellt ist, war am Montag leider nur sehr wenig zu erfahren. Der Bericht des Geschäftsführers entfiel krankheitsbedingt und auch über die Ursachen der zweiten Insolvenzanmeldung gab es kaum Neues, denn noch immer wird am endgültigen Wortlaut des Prüfberichts gefeilt.Losgelöst von der Aufarbeitung der finanziellen Misere gibt es in jeder Hinsicht viel zu tun für den neuen Geschäftsführer Christopher Fiori, der heute sein erstes Heimspiel auf dem Bieberer Berg erlebte. Dass der 36-jährige im Hinterkopf hat, den OFC wieder zur Nummer zwei in Hessen zu machen, ist aller Ehren wert. Persönlich fehlt mir dieser Tage die Vorstellungskraft, wie...

Lissabonner Leiden im ballesterer

Neben dem Zeitspiel gehört der österreichische ballesterer für mich zu den lesenswertesten Fußballmagazinen im deutschsprachigen Raum.Für ihre Novemberausgabe sind die Wiener nach Glasgow gereist und beschäftigen sich in der Titelgeschichte ausführlich mit der historischen Rivalität zwischen Celtic und den Rangers. Weitere Themen sind die neue Spielstätte von West Ham, Probleme beim AC Pisa oder der Frauenfußball in Deutschland und Spanien.Erstmals stammt in der aktuellen Ausgabe auch ein Artikel aus meiner Feder. Auf drei Seiten beschreibe ich die "Lissabonner Leiden" der beiden Drittligisten Atlético und Oriental. Aufnahme im Autorenteam des ballesterer gefunden zu haben, macht mich offen gestanden ein klein wenig stolz. Als ich im Mai 2013 den ersten Artikel hier im Blog veröffentlicht habe, hätte ich jedenfalls nicht geglaubt, dass es einmal so weit kommen würde.Auch sonst wird es künftig mehr von mir auf bedrucktem Papier zu lesen geben. Für das Zeitspiel-Magazin fahre ich am kommenden Samstag zum Saarderby nach Homburg, weitere Beiträge sind schon in Planung.ballestererMagazin zur offensiven Erweiterung des FußballhorizontsErhältlich im gut sortierten Zeitschriftenhandel und als E-Paper im Austria Kiosk der APA (www.kiosk.at/ballesterer)