RSS Verzeichnis RSS FEED Gedanken eines Fliegenden
SPORT / FLUGSPORT / Gedanken eines Fliegenden
RSS NEWSFEED INFOS

Feed Titel:
Gedanken eines Fliegenden
Feed Beschreibung:
was man halt so erlebt als Kapitän auf Reisen…
Anbieter Webseite:
http://www.flugschreiber.ch/
RSS Feed abonnieren:
http://splitduty.blogspot.com/feeds/posts/default?alt=rss

Der Hub-rist ist überall

Für Normalsterbliche unleserlich, verkündet mit eine Tafel auf der Flughafenautobahn, dass mein bevorzugtes Parkhaus 6 heute für das Personal gesperrt ist. Ferienanfang – Freude für die Einen, Umwege für die Anderen... Ein kleiner Fussmarsch vor dem Flug hat noch niemandem geschadet. So laufe ich halt in Vollmontur durch die Flughafenhallen und beteuere jeden zweiten Meter, dass ich keine Ahnung hätte, ob dieser oder jener Ferienflug pünktlich abheben werde.«Euer SLOT ist im Moment noch grauenhaft, wir versuchen alles!», begrüsste uns der Dispatcher in Zürich, als wir die Planungsunterlagen abholen wollten. Über Frankreich ist das Flugaufkommen gross und die Ferien haben begonnen. Für einmal haben wir Verständnis, das Land ist im Moment genug geprüft.Mit einem kleinen Umweg über die Kaffeemaschine suchen wir den Briefingraum der Kabinenbesatzung. Auch wenn schon fast alle Sitze besetzt sind, scheinen noch zwei Kolleginnen zu fehlen. Unfall am Gubrist, die Kolleginnen kommen etwas später, dafür mit erhöhtem Puls. Mittlerweile hat sich die SLOT-Situation noch immer nicht geklärt und der Dispatcher erklärt uns, dass wir im schlimmsten Fall über Deutschland Richtung Montreal fliegen könnten. Es bräuchte allerdings etwa drei Tonnen extra Fuel, die wir bitte für den Fall der Fälle mitnehmen sollen. Knapp reicht es dank zusätzlichen Fuel und dem obligaten Rückenwind auf unserer Homebase nicht für einen Start auf der 28. Das bedeutet, dass wir uns später im Stau vor der 16 wiederfinden werden.Es sind alle Besatzungsmitglieder eingetroffen, die Passagiere angeschnallt, die SLOT-Probleme fast gelöst (40 Minuten Verspätung) und die Freigabe für den Motorenstart eingeholt. Um 13:46 Uhr heben wir auf der 16 ab und die Tennisspieler in Opfikon freuen sich wenige Augenblicke später über das wunderschöne Langstreckenflugzeug, das so elegant die Linkskurve beginnt.Mit M 0.85 und Heading West geht es der Destination entgegen. Um 19:05 Uhr Lokalzeit befiehlt mein Kollege mir, dass ich das Fahrwerk ausfahren solle....

An den Arsch gewachsen

Alles Alte, soweit es den Anspruch darauf verdient hat, sollen wir lieben; aber für das Neue sollen wir eigentlich leben.Theodor FontaneZurück aus dem fernen Amerika liege ich ausgestreckt auf dem Bett im klirrend kalten Engadin und blicke auf den Winter zurück, den ich statt auf der Loipe, vorwiegend im Simulator verbracht habe. Das Kürzel B777 hat mich in Beschlag genommen und mir neben fünf Kilogramm mehr auf den Rippen, auch sehr viel Freude und Zufriedenheit gebracht.Aussenstehende mögen sich wundern, dass sonst ein so ruhiger und besonnener Zeitgenosse, der auf ein halbes Jahrhundert Lebenserfahrung verfügt, wegen einer Aluminiumröhre so in Extase verfällt. Erklären muss ich das nicht, geniessen darf ich es!Wähnte ich mich während der ersten Stunden auf einem Hürlimann-Tracktorsitz, ist mir die B777 in der Zwischenzeit an den Arsch gewachsen; fragte ich mich zu Beginn der Umschulung, wie ich wohl die gigantischen Ausmasse auf dem Flughafen um die Ecken bringe, fahre ich jetzt bereits Stilsicher Slalom auf den engen Kehren des John F. Kennedy Flughafens. Es ist viel passiert in den letzten Monaten. Der Weg dahin war anstrengend, jedoch zu jedem Zeitpunkt faszinierend und befriedigend.Morgen fliege ich mit Skatingskis im Tiefflug über die Seen und sorge dafür, dass die fünf Kilogramm in den nächsten Wochen wieder von den Rippen verschwinden. Wer weiss, vielleicht fühlt sich der B777-Sitz danach wieder an wie der auf einem alten Hürlimann...

49

Fünf Monate Vorbereitung, tausende Seiten gelesen, keinen einzigen Loipenkilometer absolviert, viel gelacht, auch geschwitzt, unmengen Wissen gebüffelt, Simulator als Zweitwohnung angemeldet, Richtung Norden im Gubriststau gestanden, Richtung Süden im Gubriststau gestanden, hektoliterweise vom Automatenkaffee getrunken, gestaunt, wieder gelacht und immer wieder geschwitzt.Als Lohn gab es vergangene Woche 49 Minuten Flugzeit und 6 Landungen. In den nächsten Wochen kommen noch unzählige dazu. Ich freue mich.

Mille Lira

Guten Tag liebe Leserschaft und herzlich willkommen zurück im einzigen Theater der Welt, in der es nur Hauptdarsteller gibt: der Fliegerei.Es gibt einiges, das einem in einem Umschulungskurs den Schweiss aus den Poren jagt. Neben den üblichen Gemeinheiten, die sich in einem handelsüblichen Simulator so finden, gibt es durchaus auch nichtfachliche Stolperfallen. So steige ich morgen nach fünfmonatiger Abstinenz wieder einmal in die Uniformhosen. Die Angst vor einem zu engen Hosenbund war nach der Festtageszeit durchaus berechtigt. Doch siehe da, der Gurt geht zu, der Hosenknopf auch und das Hemd sitzt auch wie angegossen. Nur der Hut will einfach nicht sitzen, aber an das habe ich mich in den vergangenen 24 Jahren gewöhnt.Zur Uniform gehören aber nicht nur Hut und Veston, sondern auch der Koffer, der im Jargon Crewbag genannt wird. Die Form dieses Uniformteils hat sich seit der Zeit, als man noch mit vier Sternmotoren den Atlantik überquert hat, kaum verändert. Viereckig, dunkel, unbequem zu tragen und hässlich. Über die Jahre hat die mitzutragende Pflichtlektüre abgenommen und so sollte man glauben, dass sich das Gewicht des Teils zum Positiven verändert hat. Doch weit gefehlt! Vielleicht liegt es an den vielen Ladekabeln, oder an der Personal Hardware? Doch auch eine dritte Variante kommt als Gewichtstreiber in Frage: angesammelter Abfall.Das heutige Ausmisten hat sich gelohnt, ich habe doch tatsächlich eine 1000 Lira Note gefunden...

Alles neu!

Guten Tag liebe Leserschaft und herzlich willkommen zurück im einzigen Theater der Welt, in der es nur Hauptdarsteller gibt: der Fliegerei!Ja, ich tippe wieder, wenn auch mit reduzierter Kadenz. Gründe dafür finden sich im Titel dieses Beitrags, denn alles ist neu.Nein, scheiden lasse ich mich nicht – zumindest nicht von meiner Frau. Doch von anderen Reizen weiblichem Geschlechts habe ich mich getrennt. Mein Arbeitsgerät ist ein anderes. Nach zwölf Jahren mit einer französisch-europäischen Arbeitspartnerin werde ich fortan wilde Nächte mit einer Nordkalifornierin verbringen. Falls sich ein Teil der Leserschaft an dieser Stelle über den stetigen Vergleich eines Flugzeugs mit einer charmanten Frau aus Fleisch und Blut stört, muss ich das zur Kenntnis nehmen, lasse mich aber nicht beirren.So ein Arbeitspartnerinnenwechsel (was für ein schönes Wort!) ist gar nicht so einfach. Klar bleibt das Umfeld und das Handwerk das gleiche, aber die Werkzeuge könnten verschiedener nicht sein. Vergleichen lässt das das vielleicht am ehesten mit einem Jobwechsel eines Anwalts, der ein Mandat in einem fremden Land annimmt. Das Handwerk bleibt das Gleiche, die Gesetzestexte bei weitem nicht. Eine Zulassung muss er auch noch erwerben, der arme Anwalt, und das ist mit sehr viel Fleiss verbunden. Um genau diese Zulassung werde ich morgen Montag kämpfen, aber das ist ein anderes Thema. Bei mir handelt es sich ja nicht um den ersten Wechsel des Arbeitsgerätes. Diese Nordamerikanerin bin ich bereits einmal in anderer Form – (jetzt wollte ich doch tatsächlich „geritten“ schreiben, aber ich glaube das ist doch zu viel des Guten...) – begegnet (so geht’s). Mit einer Südkalifornierin hatte ich auch schon in zwei verschiedenen Ausführungen Kontakte und dann war da eben diese französisch-europäische Wildkatze, die mir in diversen Formen, Grössen und Firmenlogos begegnet ist.Die Taktik bei einer Umschulung auf ein anderes Fluggerät ist stets die Gleiche und ähnelt dem beim Aufbau...