RSS Verzeichnis RSS FEED Mein Lissabon
REISEN / PORTUGAL / Mein Lissabon
RSS NEWSFEED INFOS

Feed Titel:
Mein Lissabon
Feed Beschreibung:
RSS Feed abonnieren:
http://www.meinlissabon.net/feeds/posts/default

Mit dem Fahrrad auf Entdeckungstour

MAATSeit mehr als dreißig Jahren bin ich regelmäßig in Lissabon unterwegs. Zu Fuß und mit der Straßenbahn, dem Bus oder der Metro, manchmal auch mit dem Auto. Aber mit einem Fahrrad?Die Topografie der Stadt scheint nicht gerade dafür geschaffen, um sich auf zwei Rädern zu bewegen. Viel zu oft geht es steil die sieben Hügel auf und ab, bilden enge Gassen mit ihrem Kopfsteinpflaster ein echtes Nadelöhr für den Verkehr.Aller Skepsis zum Trotz war ich natürlich neugierig, das Angebot von Baja Bikes zu testen, die portugiesische Hauptstadt auf einer geführten Radtour zu erkunden.Um es vorweg zu nehmen: Man muss kein Kandidat für die Tour de France sein, um die vierstündige Fahrt ohne schlimme Strapazen zu überstehen. Die Route ist so gewählt, dass es stets entweder bergab geht oder die Strecke ebenerdig verläuft.Treffpunkt ist morgens um 9.30 Uhr oberhalb des Parque Eduardo VII. Hier empfängt Guide Gonçalo unsere kleine Gruppe, die heute nur aus drei Teilnehmern besteht. Die bequemen Fahrräder sind mit Gangschaltung und Stoßdämpfern ausgestattet, in einem Korb vor dem Lenker findet auch die Fototasche ihren Platz.Durch die Baixa nach BelémNach einer kurzen Begrüßung starten wir auch schon durch den Park hinunter zum Marques de Pombal, dann geht es weiter die Avenida da Liberdade entlang in Richtung Rossio. Unterwegs machen wir immer wieder halt. Guide Gonçalo erzählt aus der Stadtgeschichte oder macht auf die wunderschönen Gebäude des Art Deco entlang der Avenida aufmerksam. Am Largo de São Domingos stärken wir uns mit einer Ginjinha und werfen einen Blick in die Igreja de São Domingos, eine der größten und bedeutendsten Kirchen der Stadt.Nach einem Abstecher zum Martim Moniz geht es durch das geometrische Straßennetz der Baixa Pombalina am Elevador de Santa Justa vorbei zum Praça do Comércio. Im einst auch vom Dichter Fernando Pessoa geschätzten Restaurant Martinho da Arcada trinken...

Der alte Weinpalast

Langsam aber sicher mausert sich der Stadtteil Marvila im Osten Lissabons zu einem angesagten Viertel. Jahrzehntelang in einer Art Dornröschenschlaf versunken und dem Verfall preisgegeben, richten sich in dem ehemaligen Hafenviertel immer mehr Szenerestaurants, Kunstgalerien und Sportstudios ein. Denn noch sind die Mieten in dem zwischen Praça do Comércio und Parque das Nações gelegenen Quartier bezahlbar.Zu den Blickfängen von Marvila zählt das an der zentralen Praça David Leandro da Silva gelegene Stammhaus des Weinhändlers Abel Pereira da Fonseca. Aus gutem Grund wurde das 1910 vom Architekten Manuel Joaquim Norte Júnior auf dem riesigen Firmengelände errichtete Gebäude im Volksmund bald nur noch Der Weinpalast genannt.Der Firma Fonseca gehörten vor allem in der Region Ribatejo große Weingüter, darunter die Companhia Agrícola do Sanguinhal mit ihrer Quinta das Cerejeiras in Bombarral, die noch heute existiert. In Lissabon wurde der Wein gelagert und von hier aus distribuiert. Wirklich sehenswerte Fotos aus der Firmengeschichte hat der portugiesische Blog Restos de Colecção zusammengetragen.Der König der TavernenMit einhundert Läden und Schankstuben allein in der Hauptstadt - zu deren Sortiment auch Brandy und Olivenöl gehörten - war Abel Pereira de Fonseca der größte Weinhändler des Landes und galt deshalb auch als König der Tavernen von Lissabon. Zu den prominentesten Stammgästen zählte Schriftsteller Fernando Pessoa, der sich regelmäßig mit den Worten er gehe auf einen Weinbrand zu Abel von seinem Arbeitsplatz verabschiedete.Nachdem Fonseca 1993 seine Geschäftstätigkeit aufgeben musste, stand das Stammhaus in Marvila leer. Anläßlich der Expo 1998 wurde es restauriert und danach unter anderem als Diskothek genutzt.Seit 2015 beherbergt das Gebäude den Lisbon WorkHub. Hier können Startups, Selbständige und kleine Firmen im Rahmen des sogenannten Coworkings Büros und Veranstaltungsräume anmieten. Zu den bekanntesten Nutzern gehört die Internetplattform Adegga WineMarket.Lisbon WorkHubRua Amorim 2Stand: November 2016

Rock in Lissabon

Als die Rolling Stones im Sommer 1990 im alten Stadion von Alvalade in Lissabon auftraten, kannten Fernsehnachrichten und Zeitungen neben den Glimmer Twins kaum noch ein anderes Thema. Vom Minho im Norden bis zur Algarve im Süden strömten die Fans in die Hauptstadt, um beim Konzertereignis des Jahres mit dabei zu sein. Kein Wunder, denn zu dieser Zeit verirrte sich nur äußerst selten ein Top-Act des internationalen Showgeschäfts an den noch immer entlegenen Westrand von Europa.Fast drei Dekaden später könnte der Kontrast kaum größer sein. Zwar strömen die Fans noch immer aus nah und fern nach Lissabon, doch haben sie heute die Qual der Wahl. Die portugiesischen Kapitale hat sich im letzten Jahrzehnt zu einem wahren Mekka der Rockmusik gemausert, in das zunehmend auch ausländische Besucher pilgern.Dafür gibt es gute Gründe. Mit der zur Expo 1998 erbauten MEO Arena steht in Lissabon nicht nur eine der architektonisch gelungensten Konzerthallen in Europa. Mit einem Fassungsvermögen von bis zu 20.000 Zuschauern ist die Mehrzweckhalle am Ufer des Tejo zudem auch ein lohnenswertes Ziel für die ganz großen Namen des Geschäfts.Dass die Eintrittskarten in Portugal obendrein meist deutlich günstiger sind als beispielsweise in Deutschland, veranlasst immer mehr Fans, ein Konzert ihrer Lieblingsband mit einem Städtetrip zu verbinden. So kostete das günstigste Ticket für The Cure im November 2016 in Lissabon 35 Euro, während in Frankfurt 65 Euro fällig waren.Festivals im SommerAuch die Freunde von Festivals können aus einem reichhaltigen Angebot auswählen, und das bei fast garantiert schönem Wetter. Rock in Rio Lisboa zieht im Zwei-Jahres-Rhythmus fast 400.000 Zuschauer in den Parque da Bela Vista nahe des Flughafens.NOS Alive am Flussufer im Vorort Algés findet 2017 vom 6. bis 8. Juli statt, auf der Bühne stehen dann unter anderem die Foo Fighters und Depeche Mode. Vom 13. bis 15. Juli 2017 lockt schließlich das...

Ginjinha - Der Likör aus Lissabon

Wir schreiben das Jahr 1840, als der aus Galizien stammende Kaufmann Francisco Espinheira gemeinsam mit einem Kapuzinermönch einen Likör ersinnt, der die Trinkgewohnheiten der Lisboetas nachhaltig verändert. Dazu lässt Espinheira zunächst Sauerkirschen zwei Monate lang in Brandy fermentieren und gibt anschließend Zucker und Zimtwasser hinzu.Der Kirschlikör mit seinem angenehmen Alkoholgehalt von etwa 20 Prozent erfreut nicht nur die beiden experimentierfreudigen Herren. So groß ist der Erfolg, dass Espinheira noch im gleichen Jahr in unmittelbarer Nähe des zentralen Rossio-Platzes die winzige Stehbar A Ginjinha eröffnet.Noch heute wird dort am Largo de São Domingos jenes Getränk ausgeschenkt, dessen Name sich von der Frucht Ginja - zu deutsch Sauerkirsche - ableitet. Ginjinha ist die bei Portugiesen allgemein so beliebte Verkleinerungsform, folglich lassen sich Einheimische wie Besucher seit mehr als 175 Jahren ein Sauerkirschlein schmecken.Mit oder ohne?Bei der Bestellung gilt es noch die grundlegende Frage zu klären, ob man sein Likörchen com elas oder sem elas zu sich nehmen möchte, also lieber mit oder ohne Kirschen im Glas. Für wenig mehr als einen Euro kann man dann das typischste aller Getränke der portugiesischen Hauptstadt in Angriff nehmen.Immer wieder soll es vorkommen, dass auch Novizen sehr rasch Gefallen an der Ginjinha finden. Alle, die nach einem ersten kleinen Gläschen Lust auf mehr verspüren, können rund um den Rossio noch zwei weitere, nicht minder traditionsreiche Schänken besuchen.Nur wenige Meter entfernt wartet in der Rua Portas de Santo Antão die 1890 ebenfalls von einem Galizier eröffnete Stehbar mit dem selbstbewussten Namen Ginjinha sem Rival (Ginjinha ohne Rivalen) auf Kundschaft. Auch in diesem nur zehn Quadratmeter großen Ausschank findet nicht mehr als eine Theke Platz. Zum trinken begibt man sich zurück auf die Straße, was angesichts des üblicherweise schönen Wetters in Lissabon durchaus angenehm ist. Dritte und jüngste im Bunde ist die seit 1931 geöffnete Schänke Ginjinha Rubi...

Ein neuer Ausblick auf die Stadt

Wenn in Lissabon an etwas kein Mangel herrscht, dann sind das Aussichtspunkte. An vielen gut zugänglichen oder auch verborgenen Stellen bieten die Miradouros dem Besucher immer neue Perspektiven auf die Stadt, laden zum Schauen und Verweilen ein.Braucht es da einen weiteren - obendrein kostenpflichtigen - Aussichtspunkt auf dem Dach eines Einkaufszentrums? Etwas skeptisch gestimmt machte ich mich auf den Weg, den neuen Ausblick von einem der Türme des Amoreiras Shopping Centers in Augenschein zu nehmen.Am Infoschalter im Erdgeschoss sind Eintrittskarten für fünf Euro erhältlich, die Tickets können aber auch bereits vorab online erworben werden. In der ersten Etage des Zentrums weisen dann ab der Rolltreppe bunte Pfeile auf dem Fußboden den Weg zum Aufzug, der die Schaulustigen in luftige Gefilde befördert, denn die Plattform liegt immerhin auf einer Höhe von 174 Metern.Oben angekommen, liegt die Stadt buchstäblich zu meinen Füssen. Denn vom Amoreiras aus hat man tatsächlich einen Rundumblick auf Lissabon und die angrenzenden Gemeinden, das können andere Aussichtspunkte so nicht bieten. Fast alle Sehenswürdigkeiten sind von hier aus zu entdecken, selbst Flugzeuge lassen sich bei der Landung auf dem Aeroporto Humberto Delgado beobachten. Drei Tafeln helfen bei der Orientierung.Wer ein wenig Zeit hat um zum Amoreiras zu fahren, sollte sich diesen neuen Ausblick auf die Stadt nicht entgehen lassen. Gut kombinieren lässt sich der Panoramic View mit einem Besuch des Cemitério dos Prazeres und der Markthalle von Campo de Ourique. Von dort erreicht man das Einkaufszentrum in gut zehn Minuten zu Fuß.Amoreiras 360° Panoramic ViewAv. Eng. Duarte Pacheco29.4.-30.9. täglich 10-12.30 Uhr und 14.30-22 Uhr1.10.-30.12. täglich 10-12.30 Uhr und 14.30-18 UhrEintritt 5 EuroStand: Oktober 2016

Zwei Raben brauen Bier

Zweifellos ist das kleine Portugal eine große Weinnation. An den steilen Hängen des Douro oder in den weiten Ebenen des Alentejo gedeihen Rebsäfte, die mit zum Besten zählen, was Winzer rund um den Globus in Flaschen füllen.Bei aller Begeisterung über die lusitanischen Weine wird oftmals übersehen, dass die Portugiesen auch ein kühles Bier keineswegs gering schätzen. Eigentlich nicht weiter verwunderlich, denkt man nur an die vielen Sonnenstunden, die den Westrand Europas erwärmen. Im Kampf gegen die oftmals heißen Temperaturen trinkt jeder Portugiese jährlich 46 Liter Bier und "nur" 42 Liter Wein.So ist neben den omnipräsenten Biermarken Sagres und Superbock auch das sogenannte Craft Beer längst in Portugal heimisch geworden. Kleine Erzeuger wie Celtas, Maldita und Sovina brauen abseits des Mainstreams Spezialitäten wie India Pale Ale, Stout oder Weizenbier. Insgesamt versuchen aktuell rund 90 Mikrobrauereien, mit ihren Gerstensäften in den Supermärkten und Restaurants des Landes Fuß zu fassen.Biertasting in MarvilaEine wunderbare Gelegenheit, die portugiesischen Braukünste in Lissabon zu testen, bietet die kleine Brauerei Dois Corvos - zu deutsch Zwei Raben - im Stadtteil Marvila. In einer ehemaligen Lagerhalle werden dort zehn verschiedene Gerstensäfte gebraut und können vor Ort im ziemlich stylischen Tap Room mit Blick auf die Braukessel getrunken werden.Allen, denen angesichts so wohlklingender Namen wie Hello Nasty, Stardust oder Finisterra die Auswahl schwer fällt, machen die Dois Corvos ein unwiderstehliches Angebot. Für acht Euro kann der unentschlossene Besucher ein Tasting Tray bestellen: Ein Holzbrett, auf dem fünf unterschiedliche Biersorten in kleinen Gläsern kredenzt werden.Zu zweit schafft man es auf diese Weise locker, alle zehn Biere zu probieren. Bestellt man dazu noch eine Kleinigkeit zu essen, steht auch der weiteren Tagesgestaltung nichts im Wege. Von verführerischem Bernstein bis dunkelstem Braun schimmert der Gerstensaft in den Gläsern, während der Verkostung lässt es sich trefflich über die beeindruckende Geschmacksvielfalt philosophieren.Dois Corvos CervejeiraRua...