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Dr. med. Ewald Proll :: Arzt für Psychiatrie / Psychotherapie
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Wahnsinnswoche 2017:02

In dieser Woche 123 Patientenkontakte und 12 Terminausfälle. Bei mittelschwerer bis schwerer Depression sollten nichtmedikamentöse und medikamentöse Behandlungsansätze unter Berücksichtigung individueller Patientenwünsche diskutiert werden. Der Effektivitätsvergleich liefert leider kein eindeutiges Ergebnis. Big Data: Kaufleute berechnen den Wert der letzten Lebensphase und bestimmen, für wen sich welche Behandlung nicht mehr lohnt, und wie man das Ableben möglichst billig gestaltet. Das sind die absehbaren Auswirkungen einer gewinnorientierten "Gesundheits"-Industrie - der Begriff "Euthanasie" wird aber (noch) nicht ausdrücklich erwähnt... Übrigens: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat am 09.01.2017 gesagt: „Das, was wir mal in der Verfassungsrechtsprechung hatten, nämlich dass das Prinzip der Datensparsamkeit gilt, mag für einzelne Bereiche richtig sein. Aber die Wertschöpfung der Zukunft – vom Bundesgesundheitsminister ist gerade heute ein Artikel darüber in der Zeitung zu lesen – wird nicht mehr damit auskommen, dass man möglichst wenige Daten hat, sondern es wird darauf ankommen, aus vielen Daten möglichst interessante Schlussfolgerungen und Anwendungen zu schöpfen." ■ Kein Geld der Welt und auch kein unbefristeter Vertrag darf es wert sein, seine Moral und seinen Verstand morgens an der Tür abzugeben. So sehen "Fakten" im politischen Alltagsgeschäft heutzutage wohl aus. "Die Menschen mussten zuerst die freundlichsten aller Affen werden, bevor sie auch die klügsten werden konnten." Altruismus hat aus evolutionstheoretischer Perspektive die Funktion, die Fitness eines anderen Lebewesens unter Inkaufnahme des Verlustes eigener Fitness zu vergrößern, weil jedes Individuum ein Interesse daran hat, dass auch unverwandte Mitglieder der Eigengruppe Hilfe in der Not erfahren, da ansonsten eine kumulative Schwächung der beschützenden Eigengruppe droht – und damit auch eine Bedrohung für die eigene Existenz. Die Hilfsbereitschaft gegenüber einer fremden Gruppe wird umso geringer, je bedrohlicher diese empfunden wird. Die davon begleitete ideologische Diskriminierung von Außenseitern kann in Katastrophen menschlichen Leids enden. Empathiemotivierter...

Wahnsinnswoche 2017:01

In dieser Woche 112 Patientenkontakte und 1 Terminausfall. Überweisungen mit dem Auftrag, die bestehende Krankschreibung zu verlängern, kann ich nicht in allen Fällen akzeptieren. Wenn ich um weiterführende Diagnostik und Behandlung gebeten werde, mache ich das natürlich gern. Wenn aber der Hausarzt bereits die korrekte Diagnose gestellt, eine adäquate Behandlung eingeleitet und sogar schon eine Psychotherapie vermittelt und veranlasst hat, ist eine fachärztliche Mitbehandlung nicht notwendig. Ab sofort können Sie einen Traktorstrahl für den Eigenbedarf selbst bauen. Chaosfreitag: nach geordnetem Start ins neue Jahr am Freitag plötzlicher Massenanfall von psychisch Verletzten. Einige sind wieder aus dem Wartezimmer verschwunden, teils unter dramatischen Umständen. Nach dreieinhalb Stunden war das Chaos dann beseitigt. Tipp: wenn Sie schon eine Stunde gewartet haben, sollten Sie die investierte Zeit nicht vergeuden, indem Sie einfach wieder gehen. Ich bemühe mich, zügig zu arbeiten und möglichst alle, die ohne Termin kommen, trotzdem zu versorgen. Ich bitte aber um Verständnis dafür, dass ich mich nicht selbst um die korrekte Einhaltung der Reihenfolge kümmern kann, und dass es an Tagen wie diesem zu längeren Wartezeiten kommt. Wenn ich einerseits um ein Attest gebeten werde, um aus Krankheitsgründen den durch Behörden angedrohten Zwangsumzug in eine billigere Wohnung abzuwenden, andererseits später dafür kritisiert werde, dass ich Sie in dem besagten Attest als viel zu krank beschrieben hätte und Sie ja eigentlich völlig gesund seien (was von meiner Einschätzung allerdings erheblich abweicht), dann kann ich Ihnen künftig kein solches Attest mehr ausstellen und muss Ihnen die Verhandlung mit der Behörde allein überlassen.

Wahnsinnswoche 2016:52

In dieser Woche 68 Patientenkontakte und 1 Terminausfall. Das Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ) bietet zahlreiche Patienteninformationen an, unter anderem für Depressive und ihre Angehörigen. Informationen zum neuen PsychKG NRW, das zum 1.1.2017 in Kraft tritt. Wichtig: Zwangsmedikationen stehen künftig unter Richtervorbehalt. Meist liest man, dass Cannabiskonsum das Risiko, eine Schizophrenie zu entwickeln, erhöhen soll. Umgekehrt gibt es wohl auch einen Zusammenhang: Menschen mit erhöhtem Psychoserisiko neigen eher dazu, Cannabis zu probieren. N-Acetylcystein kann in Kombination mit kognitiver Verhaltenstherapie die Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung signifikant verbessern. Anders, als einige Politiker wähnen, ist Folter bei der Wahrheitssuche nicht hilfreich: bei 80% trainierter (!) Soldaten (!!) führte sie nur zu falschen Erinnerungen. Kann künstliche Intelligenz die Natur unseres Bewusstseins erklären? 710 von 1.000 Befragten begrüßten die Idee, persönliche Krankheitsdaten zur Verfügung zu stellen. Rund 600 hatten gleichzeitig Bedenken, dass Firmen damit Geld verdienen, oder dass die Daten missbraucht werden könnten. Zum Schluss wünsche ich Ihnen natürlich alles Gute für 2017.

Wahnsinnswoche 2016:51

In dieser Woche 129 Patientenkontakte und 4 Terminausfälle. Interessante, aktuelle Betrachtung zu den Aktivitäten der Bertelsmann-Stiftung und von Arvato, dem vielfältigen Dienstleister im Firmenkonglomerat des Bertelsmann-Konzerns. Dazu die aufschlussreiche Antwort der Landesregierung NRW zu den Verflechtungen der Landespolitik mit der genannten Stiftung. Der Mensch im Krankenhaus ist heute kein Mensch mehr, sondern eine Fallpauschale. Man ist innerlich gepolt auf Wirtschaftlichkeit, das ist wie eine Gehirnwäsche. Erträgliche Feiertage!

Wahnsinnswoche 2016:50

In dieser Woche 127 Patientenkontakte und 8 Terminausfälle. Seit geraumer Zeit biete ich ja für Erstgespräche keine festen Termine mehr an, weil zu viele Leute dazu nicht erschienen waren. Wenn Sie also Gesprächsbedarf haben, kommen Sie einfach in die offene Sprechstunde. Ich erkläre Ihnen das gern auch während meiner Telefonzeiten. Es bringt aber nichts, fünf Minuten vor Beginn und dann nochmal fünf Minuten nach Ende meiner Telefonzeit jeweils eine Nachricht auf meinem Anrufbeantworter zu hinterlassen. Hatte ich nicht erst letzte Woche was über Datensammelei und Smartphoneüberwachung geschrieben? Diese Woche: Datenschutz als Forschungshemmnis. Im Ausland wird fortgeschrittene deutsche Technologie bereits verwendet, und alles, was mit Datensparsamkeit zu tun hätte, gehört „ins vergangene Jahrhundert“... Stellen Sie sich mal folgendes Szenario der näheren Zukunft vor: Sie steigen morgens in ihren Horch (Markenname verfremdet), um zur Arbeit zu fahren. HUD hochfahren, Ihre Nanoimplantate an Bord anmelden, den Startbefehl geben. Es ertönt die sonore Stimme der Bordelektronik in Ihrem auditorischen Kortex: "Du hast dich diese Woche zu wenig bewegt. Dein BMI ist zu hoch. Geh zu Fuß, Fettsack." Ein Autobauer arbeitet an sowas und möchte das System sogar so weit ausbauen, dass Sie beim Fahren (wenn das Auto Sie denn lässt) mit Ihrem Arzt in einer Online-Sprechstunde chatten können (Meldung beim Hippokranet - paywall). So weit kommt das noch... da lasse ich lieber meinen Avatar für mich arbeiten. Probieren Sie doch in der Zwischenzeit mal diese Depri-App aus und sagen Sie mir, was Sie davon halten. Termin beim Familiengericht am Rhein. Auf dem Flur fiel mir auf, dass sich zwei Leute angeregt und kollegial unterhielten. Im Termin gingen sie sich dann gegenseitig ein bisschen an die Kehle. Bin immer wieder verblüfft, wie wandlungsfähig Anwälte doch sind. Die Frage, warum ich vom Befundergebnis eines Vorgutachters abgewichen...