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Fantasie-und-Traeumerei
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Fantasie und Traeumerei "Niemand ist wirklich einsam, wenn er sich in Gesellschaft von Büchern befindet." C. Marzi
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Florian Berg ist sterblich - Janko Marklein

Florian Berg ist ein Durchschnittstyp. Vielleicht sogar auch noch ein bisschen weniger, denn um ein Durchschnittstyp zu sein, muss man sich erst einmal entscheiden, welche Art Typ man sein möchte. Das ist gar nicht so leicht, wenn man sein Leben lang nie so recht zum Zug gekommen ist oder aber in eine Schublade gesteckt wurde, bevor überhaupt Zeit war eigene Charakterzüge darzustellen. Nun ist Florian Berg also in die Schublade der Durchschnittstypen gerutscht. Schlecht lebt es sich darin nicht, aber eben auch nicht super gut. Vor allem dann nicht, wenn man sich verliebt. So geschehen mit der Tutorin Anna Kuszlak. Florian bleibt nichts anderes übrig als seine Komfortzone zu verlassen, hinauszutreten in die Welt und den damit verbundenen Gefahren ins Auge zu blicken. „Florian Berg ist sterblich“ ist das Debüt des jungen Bremer Literaten Janko Marklein, der 2012 das Bremer Autorenstipendium erhielt, um seine Ideen um die Geschichte des Antihelden Florian Berg zu verwirklichen. Zu Recht hat man in Janko Marklein investiert, denn seine Schreibe ist nicht nur klug und witzig und begeistert mich vor allem mit versteckten Denkanstößen. Konzentration ist gefragt, um all das zu entdecken, was Marklein ausdrücken möchte. Lesespaß wie ich ihn liebe. Aufgelockert durch bissige Ironie. Seit Frank Lehmann habe ich keinen so interessanten Anti-Helden kennen gelernt. Der Wunsch Florian Berg im passenden Moment einen Schubs zu geben, damit er merkt, was er da eigentlich redet oder aber damit er nicht seinen Einsatz und somit wichtige Erfahrungen im Leben verpasst, ergreift mich mehr als einmal. Das Psychogramm des Protagonisten ist perfekt aufgebaut. Interessant und von klarer Logik, ohne dabei banal zu wirken. Seine Handlungen in der Gegenwart stehen in enger Verbindung mit Erlebnissen aus Kindheit und Jugend, zu äußeren Einflüssen und dessen wie sich seine Generation fühlt. Psychologisch absolut stimmig. ...

Die sieben Schwestern - Lucinda Riley

Die Schwestern d'Aplièse sind benannt nach den Plejaden, dem Siebengestirn am Himmelszelt. Als ihr Pa Salt, der sie alle wie ihre eigenen Kinder aufgezogen hat, stirbt, verlieren sie alle kurzfristig den Halt unter ihren Füßen. Doch wie immer sorgt Pa Salt sich auch nach seinem Tod um seine Mädchen und hinterlässt ihnen Briefe mit Hinweisen auf ihre Herkunft. Erstmalig werden sie mit ihren biologischen Wurzeln konfrontiert.„Die sieben Schwestern“ ist der Auftakt einer Reihe. Pro Band geht Autorin Lucinda Riley näher auf das Schicksal einer der Schwestern ein. Den Auftakt macht Maia, erste Adoptivtochter von Pa Salter und älteste der Mädchen.„Die sieben Schwestern“ ist mein erster Roman der Autorin Lucinda Riley, von der ich schon so viel Gutes gehört habe. Meine Erwartungen wurden erfüllt, denn ich habe genau die Art Familiengeschichte bekommen, auf die Klappentext und Rezensionen mich vorbereitet haben.Die Reihe baut auf einer interessanten Basis auf. Sieben Schicksale, die durch eine Person eng miteinander verbunden sind. Jedes einzelne für sich so spannend, dass es die Aufmerksamkeit der Leser wert ist.Maia ist eine sympathische Protagonist, deren Ursprung in Rio de Janeiro liegt. Ihre Geschichte wird auf zwei Ebenen erzählt, denn um ihre eigenen Handlungen nachzuvollziehen, sowie den Lebensweg ihrer Familie zu verstehen, muss man weit zurückreisen. Lucinda Riley entführt uns ins Jahr 1927. Der Bau der berühmten Christus Statue, von der ich bisher glaubte, das sie noch viel älter ist, steht an, als Bel mit ihrem Vater einen Pakt eingeht. Inhalt dieses familiären Deals ist Bels Hochzeit mit dem zwar hässlichen, aber reichen Gustavo, den Bel nicht liebt, der ihr aber durch dieses Eheversprechen ermöglicht eine Europareise unternehmen zu können. Eine Reise, die den Stein von Maias komplexer Familiengeschichte ins Rollen bringt.Riley verwendet viele für Familiensagen typische Elemente, wie Hochzeit mit ungeliebtem Mann, Unglück und Tod geliebter Familienmitglieder, ist oftmals...

[Rezension + Wanderbuch Aktion] Der Geruch von Häusern anderer Leute - Bonnie-Sue Hitchcock

Mit den Büchern aus dem Königskinder Verlag habe ich bisher immer einen guten Griff getan. Hinter wunderhübschen Schutzumschlägen verbergen sich liebevoll gestaltete Bücher mit sehr besonderen Geschichten. Eins von ihnen ist „Der Geruch von Häusern anderer Leute“, das so fein und hübsch aussieht und auf den ersten Blick eher zart wirkt. Um das Thema des Buches aufzugreifen – man weiß nie, wie es hinter der Fassade aussieht. Erst genaues hinsehen zeigt was wirklich in einem Menschen bzw. Buch steckt. Hier ist es keine sanfte Geschichte, sondern Schicksale von großer Tragik und Dramatik. Ein Roman, der mit voller Wucht zuschlägt.„Irgendwann habe ich festgestellt, dass Häuser, in denen Mütter wohnen, besser riechen.“Im Debüt der in Alaska geborenen Journalistin Bonnie-Sue Hitchcock steht keine einzelne Hauptperson im Vordergrund, sondern gleich vier. Vier junge Menschen, deren Leben auf die ein oder andere Art und Weise eine ungute Wendung genommen hat. Vier Menschen, die viel Verantwortung übernehmen müssen und deren Tage nur selten mit Sonnenschein beginnen. Vier Schicksale, die scheinbar schon seit längerem durch dünne Fäden miteinander verknüpft sind, die durch Handlungen und Erlebnisse immer dicker werden und sich am Ende des Romans in einem fest verwobenen Netz bewegen.Handlungsort des Romans ist Alaska in den 60er Jahren, eine Art Reservat oder ähnliches. Die Autorin geht nicht detailliert darauf ein, macht aber Andeutungen, dass die dort lebenden Menschen Inuit Vorfahren haben und setzt ihnen die Form von Lethargie und Depression zur Seite, die ich schon aus anderen Büchern mit ähnlichem Setting kenne.Die vier Jugendlichen, um die es in „Der Geruch von Häusern anderer Leute“ geht, haben auf unterschiedliche Arten mit ihrem Leben zu kämpfen. Einige von ihnen sind dadurch nur stärker und härter geworden, andere haben sich von der allgemeinen Melancholie ihres Umfeldes anstecken lassen, haben nie erfahren, dass es Alternativen gibt. Manche sind an ihren...

Die Magie der Namen - Nicole Gozdek

Namen sind gewichtig. Namen sind magisch. Dein Name bestimmt, wer du bist. Was du bist. Deinen Namen bekommst du am Tag deiner Volljährigkeit. Erst dann weißt du, welchen Beruf du ausüben wirst, zu welcher Gesellschaftsklasse du gehörst, wie dein Leben weitergehen wird. Hast du deinen Namen, musst du ihn und alles was damit zusammen hängt, hinnehmen. Auch Nummer 19 bekommt mit Beginn der Volljährigkeit seinen Namen. Im Gegensatz zu allen anderen, weiß er aber nichts damit anzufangen. Der Name deutet auf eine relativ gut betuchte Familie mit Ansehen hin, doch ist sie niemandem bekannt. Während seine Klassenkameraden problemlos in ihre neuen Rollen schlüpfen, ist Nummer 19 trotz seines Namens Identitätslos. Eine gefährliche Suche bringt ihn auf die richtige Fährte und einen großen Stein ins Rollen. Vorneweg muss ich sagen, dass mich der Roman recht gut unterhalten und ich ihn innerhalb kürzester Zeit weggelesen habe. Aber ich kann ihn leider nicht ganz kritiklos empfehlen. Als ich einer Freundin erzählte, dass ich „Die Magie der Namen“ beginne, hat sie mit Begeisterung reagiert. Sie selbst mochte den Roman und die Idee – magische Fähigkeiten, die an bestimmte Namen gebunden sind – sehr gerne und ist sich sicher, dass ihr solch ein Thema noch nicht untergekommen ist. Auch mir gefällt der Gedanke, einen Namen zu haben, der mir magische Fähigkeiten verleiht (vorausgesetzt es sind die passenden) und der Gedanke, dass das Schicksal mit dem Namen verknüpft ist, es aber möglicherweise Protagonisten gibt, die sich dem entgegen setzen, lässt einen spannenden Roman vermuten. Verwendet werden klassische Fantasy Elemente. Gefährten, eine abenteuerliche Reise, politische Machenschaften. Nicht uninteressant, aber eben nicht gänzlich neu. Auch dann nicht, wenn es mit Namensmagie verknüpft wird. Bausteine vieler Fantasygeschichten, die ich bereits gelesen habe, und auch weiterhin gerne lesen werde. Leider ist es der Autorin Nicole Gozdek, Gewinnerin des PIPER...

[Kolumne] Früher war nich' so'n Theater ...!

Bei uns im Sauerland ist das ja so: Jeder hat eine Meinung. Zu Allem und Jedem. Diese wird kundgetan, ob man das möchte oder nicht. Den Meinungsäußerer / Die Meinungsäußererin interessiert auch nicht, ob diese fachlich fundiert ist oder aus eigenen Erfahrungswerten resultiert. Nein, es wird geredet wie die Schnauze der Mund gewachsen ist. Hauptsache, man hat auch was dazu gesagt. Das Thema ist übrigens schnurzpiepegal. Seit ich Mutter bin, begegnet mir diese Verhaltensform immer häufiger. Kurz wird Interesse geheuchelt, aber sobald ich berichte, werde ich unterbrochen und bekomme ungefragt Tipps und Tricks, wie ich mein Kind noch besser erziehen / ernähren / kleiden etc. kann. Der Satz, den ich am meisten höre ist: „Früher war nich' so'n Theater.“ Bildrechte: N. EppnerFrüher war nich' so'n Theater in der Schwangerschaft!Also früher haben die Frauen ja während der Schwangerschaft noch Kartoffeln geerntet (auch die aus der Stadt), jeden Tag das Haus geputzt (müssen die dreckig gewesen sein) und bis kurz vor der Geburt noch morgens dem Mann das Hemd rausgelegt. Der geht nämlich brav arbeiten und darf sich auf keinen Fall frei nehmen, um die Schwangere zu Ultraschallterminen zu begleiten. Warum auch? Vater wird man ja erst ab dem Tag der Geburt. Früher war nich' so'n Theater bei der Geburt!Früher haben die Frauen ihre Kinder im Galopp verloren, damit sie auch ja schnell wieder bei ihren unselbstständigen Männern sein können, um für sie den Haushalt zu schmeißen, denn dort hält er sich ja schließlich während der Geburt auf. Na okay, mit in den Kreissaal darf er. Aber ein Familienzimmer? Was ist denn das für neumodisches Zeug? Wobei will der denn auch helfen? Beim Stillen etwa? Ne, ne, lieber nehmen wir dem Mann die Möglichkeit das Leben seines Kindes von Anfang zu begleiten, als uns auf so moderne Machenschaften...

Ziemlich gute Gründe am Leben zu bleiben - Matt Haig

„Depressionen gehören zu den häufigsten und hinsichtlich ihrer Schwere am meisten unterschätzten Krankheiten. Jeder fünfte Bundesbürger erkrankt einmal im Leben an Depression. […] Depression kann jeden treffen.“ (Quelle: Stiftung Deutsche Depressionshilfe)Depression ist kein Zustand, den Betroffene sich einreden, der diejenigen trifft, die zu schwach sind Etwas auszuhalten, die nicht arbeiten wollen oder die Menschen in ihrem Umfeld unter Druck setzen wollen – alle aufgezählten Punkte sind Vorurteile, die ich im Bezug zu Depressionen schon gehört habe. Depression ist eine Erkrankung, die jeden treffen kann. Einer von ihnen ist Matt Haig, vielfach ausgezeichneter Schriftsteller.Fast jeder von uns ist bereits mit Depression in Kontakt gekommen. Und trotzdem und trotz all der Toleranz, die wir uns täglich auf die Stirn schreiben, wird nach wie vor hinter vorgehaltener Hand darüber gesprochen. Es besteht Scham, denn die angesprochene Toleranz ist eben doch nicht vorhanden und die Blicke, die an Depression erkrankten Menschen zugeworfen werden, sind schiefer als schief.„Da ist kein Licht am Ende des Tunnels, denn der Tunnel ist an beiden Enden zu, und du bist drin.“Auch ich bin sowohl im privaten, wie auch beruflichen Umfeld bereits mit Depression in Kontakt gekommen. Hätte ich im Vorfeld Haigs Roman gelesen, hätte ich noch viel mehr Verständnis aufbringen können. Haig klärt auf. Hilft zu verstehen. Denen, die eine Schnittstelle zu Erkrankten haben, aber auch denjenigen, die von der Krankheit betroffen sind, denn indem er von seinen eigenen Erfahrungen berichtet, gibt er Erkrankten Tipps und Hilfestellungen.Ich wähle das Wort „Erkrankte“ bewusst, denn man kann nicht oft genug erklären, dass es sich um eine Krankheit handelt. Und nicht um einen selbst herbeigeführten, selbst inszenierten Zustand. Es ist eine Erkrankung, die aus dem Zusammenspiel mehrerer Faktoren entsteht. Einige von ihnen sind neurobiologischer Natur und damit wissenschaftlich belegbar. Depressionen können behandelt werden und sind heilbar. Wie lang und steinig der...