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Stadtpapa Blog - Ein Heidelberger Papablog aus München
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Sechs Monate als Papa

Ein ganzes halbes Jahr ist unser Töchterchen schon alt. Unglaublich, wie lange die Geburt schon zurück liegt. Hören wir heute Eltern sagen Mein Baby ist schon 18 Wochen alt verdrehen wir die Augen. Wir sind cooler. Wir rechnen das Babyalter jetzt in Monaten. Was wissen diese Anfänger denn schon? Sollen diese naiven Greenhorns doch mal warten, bis der erste Zahn kommt, bevor sie hier über komischen Windelinhalt quatschen. In der Elternhierarchie haben wir nun, offiziell durch die Geburtsurkunde beglaubigt, die nächste Karrierestufe erklommen. Yeah Entwicklungsschritte eines Babys Unser Töchterchen lernt langsam krabbeln. Sie robbt schon von einer Ecke in die andere und dreht sich fröhlich im Kreis. Auch Sitzen klappt schon irgendwie halbwegs - wenn auch noch sehr, sehr wacklig. Interessant dabei ist, dass unsere Tochter, verglichen mit anderen Babys in unserem Umfeld, eine absolut Schnellzünderin war. Sie konnte sich als erste drehen und legte eine steile Lernkurve an den Tag. Heute ist sie eher im hinteren Drittel was die Fähigkeiten angeht und wurde von anderen Babys überholt. Witzig, dass bei uns einfach drei Wochen kaum etwas weiterging und die anderen Kids unser Töchterchen mal eben so überholten. Also keine Panik auf der Titanic. Jedes Baby hat seine eigene Entwicklungskurve und die geht mal flotter und langsamer voran. Klar, auch wir vergleichen da die Fähigkeiten. Hatten wir eigentlich nie vor, aber spannend war’s am Ende dann doch. Aber Hand aufs Herz: Auch ich habe mich kurz gefragt, wie denn das sein kann, dass hier andere Babys plötzlich robben und unsere seit Wochen den Hintern nicht hochbekommt Nach einem kurzen Moment erinnerte ich mich an das zügige Tempo ihrer Entwicklung am Anfang und damit war die Sache gegessen. Sie macht das schon und eigentlich sollte ich dankbar sein, denn sobald sie krabbelt werde ich es wohl verfluchen, mir diese...

Eine Verteidigung der Taufe

Als religiös würde ich mich nicht bezeichnen. Dabei bin ich getauft, ging zur heiligen Kommunion und wurde sogar gefirmt. Nebenbei war ich auch noch fünf Jahre Ministrant. Nicht unbedingt, weil ich an Gott glaubte. Eher, weil es in unserer Gemeinde Geld dafür gab und es wirklich Spaß machte. Die Abläufe der verschiedenen Liturgien, die Farben der Gewänder und deren Bedeutung - über all das kann ich heute noch erzählen. Natürlich haben wir Kinder, mitten in all diesen mit Bedeutung überladenen Dingen, auch unsagbar dummen Mist getrieben. Das Eis, welches wir damals auf Kosten der Gemeindekollekte aßen, ist mir heute noch unheimlich peinlich Heute, da glaube ich, muss ich es mir eingestehen: Ich gehöre einer Minderheit an. Ich bin tatsächlich einer, der seine Kinder noch taufen lassen möchte. Dafür muss ich auch bei der tollsten Frau der Welt jede Menge Überzeugungsarbeit leisten. Es ist heute einfach common sense, seine Kinder nicht taufen zu lassen. Sari vom Heldenhaushalt Blog hat in ihrem Artikel Warum unsere Kinder nicht getauft sind über ihre Sicht auf die Taufe geschrieben. Für mich gibt es dennoch sehr starke Gründe, die eben doch für dieses alte Ritual sprechen. Die haben mit Religion zu tun, aber eben nicht ausschließlich. Vermittlung von Werten Warum zur Hölle bin ich bereit wegen dieser so uncoolen Taufe einen Streit mit der tollsten Frau der Welt vom Zaun zu brechen? Die Antwort ist, dass dieser Wunsch ganz einfach meinem subjektiven Empfinden entspringt. Nein, ich bin nicht sonderlich gläubig. Auf die Frage Gibt es Gott? antworte ich gerne mit der Gegenfrage Würde die Antwort denn für dich persönlich einen Unterschied machen?. Eine Religion ist nur eine Form von Glauben. Die harten Dogmen diverser Erziehungsratgeber stellen für viele moderne Eltern eine Glaubensform dar. Es gibt so viele Dinge, an die wir alle glauben, denen wir...

Meine Liebsten Kinderbücher

Marleen von Blog Aufbruch zum Umdenken hat eine wirklich nette Blogparade gestartet. Es geht um die persönlichen fünf Kinderbuch-Highlights. Als Kind habe ich jede Menge Bücher verschlungen. Ein würdige Blogparade für den Einstieg also. Über Kinderbücher ab dem Grundschulalter kann ich schon das ein oder andere erzählen Vorab: es ist wirklich, wirklich schwer sich hier auf fünf Bücher zu beschränken. Nicht mit von der Partie ist Nils Holgersson, geschrieben von der ersten weiblichen Literaturnobelpreisträgerin Selma Lagerlöf. Auch knapp das Podium verfehlt hat Bernds gesammelte Katastrophen von Anders Jacobsson und Sören Olsson. Ebenso weggefallen sind sämtliche anderen Werke von Autoren, die schon mit einem Buch in dieser Liste vertreten sind. Andernfalls wäre dieser Artikel auch einfach zu riesig geworden. Nun gut, dann mal ran die Bulleten. Hier kommen meine liebsten Kinderbücher. Die Brüder Löwenherz von Astrid Lindgren Die Entscheidung bei Astrid Lindgren fällt mir wirklich schwer. Ich liebe Ronja Räubertochter und die Abendteuer von Pippi Langstrumpf über alles. Die gibt es unter Garantie auf die Ohren in meinen Vorlese-Sessions. Der freche und ungezogene Michl war ohne Frage eines meiner Vorbilder als kleiner Tunichtgut. Wirklich nachhaltig aber bewegt hat mich Die Brüder Löwenherz. Selbst heute muss ich noch ab und an an dieses Werk denken. Als Kind habe ich das Buch irgendwann in die Hände bekommen und war von den Abenteuern der beiden Brüder vollkommen fasziniert. Lindgren schreibt in dem Schmöker über Mut, Gerechtigkeit und Zivilcourage. Sehr aktuelle Themen also. Allerdings ist ein weiteres Thema des Buches um Welten ernster. Die Gebrüder Löwenherz erleben ihre Abenteuer eben nicht in unserer Welt. Sie sterben. Beide. Und die Geschichte über ihren Tod bildet den ersten Abschnitt des Buches. Jonathan rettet seinen kleinen Bruder Karl, genannt Krümel, aus ihrem brennenden Wohnhaus. Er überlebt seine Heldentat nicht. Die Tragik ist, dass Krümel eine unheilbare...

Was mich wirklich umtreibt

Mit dem Tod meiner Großmutter endete meine Kindheit endgültig. Ganze 25 Jahre hatte ich meine Oma. Und ihren Kirschbaum zum Klettern. Die selbstgestrickten Socken unterm Weihnachtsbaum. Eine Dampfnudel-Flatrate mit dicker Vanillesauce wann immer mir danach war. Als Kind habe ich sie ausgefragt. Ausgefragt nach früher, ihrer Kindheit, ihren eigenen Großeltern und natürlich dem Krieg. An einigen Abenden erzählte sie uns Enkeln schließlich auch einige Geschichten. Wie sie und andere Kinder aus dem Dorf sich vor der anrückenden Roten Armee fürchteten. Wie amerikanische Jagdflugzeuge über die Felder düsten und sie sich mit anderen Kindern unter eine Brücke flüchtete als die Getreidefelder eines Bauern mit Maschinengewehrfeuer überdeckt wurden. Und schließlich, wie ein paar Männer des Dorfes ein weißes Bettlaken auf dem Kirchturm des Dorfes hissten. Es sollte den anrückenden GIs die Kapitulation des badischen Dorfes signalisieren. Zeitgleich vergrub ein Haufen der letzten übriggebliebenen Wehrmachtsoldaten Munition und Waffen im nahegelegenen Wald. Dort verschanzten sie sich in Gräben und zwischen Bäumen und Sträuchern. Wenige Tage später war dann kein Schusswechsel aus dem Wald mehr zu hören und ein amerikanischer Jeep fuhr die Hauptstraße des Dorfes entlang. Meine Großmutter war nie ein politischer Mensch. Sie wählte immer sozialdemokratisch. Allerdings nur, weil mein Großvater Maurer war und viel auf die Sozen hielt. Etwas, das sie auch an mich weitergegeben hat. Auch wenn es einem die Sozialdemokraten heuer nicht unbedingt leicht machen. Mein Parteibuch trägt dann letztlich doch andere Farbe. Die Grundsympathie für die roten Socken ist dennoch hängen geblieben. Meine Oma hatte auch nicht wenige Vorurteile gegen ausländisch aussehende Mitbürger. Außer gegen Ali, den Taxifahrer, der sie jahrelang zur Krankengymnastik fuhr. Dem steckte sie zu Weihnachten Geld zu und verschenkte Schokolade. Was sie aber niemals getan hätte, da bin ich mir sicher, wäre die AfD zu wählen. Comeback längst vergangener Zeiten Und heute? Heute, da flackern...

Im Kaufrausch - Teil II: Babypflege

Fünf Monate sind um und wir können tatsächlich ein erstes Resümee unserer Anschaffungen wagen. Windeleimer und Laufstall habe ich schon im ersten Teil der Serie beschrieben. Beide sind noch immer im Einsatz und an meiner Meinung über diese beiden Dinge hat sich bisher nichts geändert. Jetzt geht es aber um die üblichen Mittelchen, Tinkturen und Quacksalber-Angebote, die einen so in den ersten Monaten als frische Eltern überrollen. Kurzum, es geht um Babypflege und um alles was sich so um den heimischen Wickeltisch ansammelt. Wie immer gilt: Alle hier aufgeführten Produkte wurden ohne jegliches Sponsoring der Hersteller aufgenommen. Alles eigene Erfahrungen. Komplett ohne jeglichen Vorteil für die geschätzte Autorenschaft. Das gilt auch (und insbesondere) für jegliche Links in diesem Artikel. Grundsätzliches Hand aufs Herz: Jeder tickt etwas anders, wenn es darum geht, was an Babys Haut oder gar in den Mund kommt. Die einen schmieren fröhlich teure Cremes auf jeden roten Punkt, die anderen schwören auf Luft und Liebe. Unser Credo war immer: So natürlich wie möglich, so viel wie nötig. Alle Eltern müssen da ihren eigenen Weg finden und sich entsprechend entscheiden. Dieser Artikel beleuchtet nur unsere Sicht der Dinge - nicht mehr und nicht weniger. Hier eine Kurzübersicht über unser privates Waffenarsenal in Bildform: Die meisten Mittelchen hatten wir gegen die Blähungen der ersten Wochen. Für die eigentliche Babypflege reichten uns Wasser, ein Waschlappen, eine Salbe und ein Öl. Rückblickend waren wir damit noch total über-ausgestattet. Eigentlich braucht so ein Säugling erstaunlich wenig Dinge. Also, nix wie ran an die Buletten - wir grasen die ganzen Tinkturen mal nach und nach ab Anti-Blähungen: BiGaia Unser Kleines kam am Ende, anders als gewünscht, per Kaiserschnitt zur Welt. Angeblich hat so ein Kaiserschnitt auch Auswirkungen auf die Darmflora des Neugeborenen. Die Bakterien zum Ankurbeln derselben sollen den Säugling,...

Kino Parentopolis: Rita

Wenn eine Serie aus Dänemark in den Staaten gefeiert wird, dann ist das zumindest mal einen Bericht wert. Es ist schon erstaunlich, wie weit es die Koproduktion von TV2 Danmark und Netflix gebracht hat. Eine beachtliche Fangemeinde hat sich um die Geschichten der dänischen Lehrerin gebildet und mit Hjørdis ist sogar ein Spinoff erschienen. Das Magazin Elle nannte Rita die beste Netflix Serie über die niemand spricht. Rita gibt es in der Originalsprache Dänisch, auf Englisch und auch in deutscher Sprache auf Netflix. Das Intro der Serie bringt die Story der Serie eigentlich wunderbar auf den Punkt: Kinderhände spinnen ein Spinnennetz aus einem Faden. Rita übernimmt das Wollband und fuchtelt damit herum. Es wird immer verworrener und diverse Symbole kommen zum Vorschein. Dann verknotet sich der Faden schließlich heillos. Aus den vielen, über den Faden verteilten Knoten wird zuletzt der Schriftzug RITA. Die allererste Szene der Serie zeigt Rita rauchend auf dem Schulklo - mit einem Edding in der Hand. Sie korrigiert direkt mal die Rechtschreibfehler eines, sie beleidigendes, Graffiti ihrer Schüler. Ja, Ritas Leben ist ziemlich verknotet und eben alles andere als ein rosarotes Märchen. In ihrer Rolle als Pädagogin erlebt sie nicht nur Höhenflüge. Auch ihre drei Kinder, die sie alleine großgezogen hat, sind inzwischen volljährig (oder kurz davor) und hinterfragen die Entscheidungen ihrer Mutter längst kritisch. Dabei kommt mehr als einmal heraus, dass Rita nicht immer wohlüberlegte Entscheidungen getroffen hat. Sie hat diverse Leichen im Keller und sie macht keine Anstalten, mit dem Stapeln aufzuhören. Das Spannende dabei ist, dass es genau diese fehlende Perfektion ist, die Rita so ehrlich wirken lässt. Sie mag nicht immer verantwortungsvoll handeln, manchmal sogar ganz eindeutig unüberlegt und impulsiv. Für mich sind es aber gerade diese unsäglich dummen Eigenheiten, die der Sache aber eine Ehrlichkeit und Tiefe verleihen, die...