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Kino Parentopolis: Rita

Wenn eine Serie aus Dänemark in den Staaten gefeiert wird, dann ist das zumindest mal einen Bericht wert. Es ist schon erstaunlich, wie weit es die Koproduktion von TV2 Danmark und Netflix gebracht hat. Eine beachtliche Fangemeinde hat sich um die Geschichten der dänischen Lehrerin gebildet und mit Hjørdis ist sogar ein Spinoff erschienen. Das Magazin Elle nannte Rita die beste Netflix Serie über die niemand spricht. Rita gibt es in der Originalsprache Dänisch, auf Englisch und auch in deutscher Sprache auf Netflix. Das Intro der Serie bringt die Story der Serie eigentlich wunderbar auf den Punkt: Kinderhände spinnen ein Spinnennetz aus einem Faden. Rita übernimmt das Wollband und fuchtelt damit herum. Es wird immer verworrener und diverse Symbole kommen zum Vorschein. Dann verknotet sich der Faden schließlich heillos. Aus den vielen, über den Faden verteilten Knoten wird zuletzt der Schriftzug RITA. Die allererste Szene der Serie zeigt Rita rauchend auf dem Schulklo - mit einem Edding in der Hand. Sie korrigiert direkt mal die Rechtschreibfehler eines, sie beleidigendes, Graffiti ihrer Schüler. Ja, Ritas Leben ist ziemlich verknotet und eben alles andere als ein rosarotes Märchen. In ihrer Rolle als Pädagogin erlebt sie nicht nur Höhenflüge. Auch ihre drei Kinder, die sie alleine großgezogen hat, sind inzwischen volljährig (oder kurz davor) und hinterfragen die Entscheidungen ihrer Mutter längst kritisch. Dabei kommt mehr als einmal heraus, dass Rita nicht immer wohlüberlegte Entscheidungen getroffen hat. Sie hat diverse Leichen im Keller und sie macht keine Anstalten, mit dem Stapeln aufzuhören. Das Spannende dabei ist, dass es genau diese fehlende Perfektion ist, die Rita so ehrlich wirken lässt. Sie mag nicht immer verantwortungsvoll handeln, manchmal sogar ganz eindeutig unüberlegt und impulsiv. Für mich sind es aber gerade diese unsäglich dummen Eigenheiten, die der Sache aber eine Ehrlichkeit und Tiefe...

Genderblender

Den Ausschlag für diesen Artikel, hat der Bericht von Emilia Smechowski in der Zeit gebracht. Rosa ist scheiße schreibt sie. Recht hat sie und mich nervt es zunehmend in welche Rolle mein kleines Mädchen da von aller Welt gedrückt werden soll. Die Vorgeschichte Jetzt, als Papa einer Tochter, trifft mich die Gender-Keule mit voller Wucht. Wir wussten bis zur Geburt nicht welches Geschlecht unser Kind haben würde. Erst war es eine dumme Wette geboren aus einem dummen Spruch bei einem der ersten Ultraschalltermine. Wetten, dass ich länger durchhalte ohne das Geschlecht zu wissen als du?. Es ging in einem Unentschieden aus, denn obwohl ich jedes mal während des Ultraschalls auf den Bildschirm starrte, hatte ich bis zum Ende keinen Plan, welches Geschlecht es denn am Ende werden würde. Irgendwann war ich mir aber sicher, dass es ein Mädchen werden würde - obwohl ich zu Beginn der Schwangerschaft einen Sohn wirklich bevorzugt hätte. Es dauerte etwas, bis ich es unendlich super fand der Papa eines Mädchens zu sein. Gendermainstream Nach der Geburt fing dann der Gender-Wahnsinn so richtig an. Für mich war es erstaunlich, festzustellen, wie sehr selbst der banalste Babyalltag von Gender-Themen durchdrungen ist. Spielzeug, Schlafsäckchen, Kissen, Kleidung und selbst Schnuller oder Fläschchen - überall gibt es gegenderte Produkte zu kaufen. Das ist eigentlich gar nicht so mein Problem. Mich erstaunt es aber, wie wenig daneben bleibt. Einige Hersteller bieten schlicht nur blau und rosa an. Wenn mir, der sich mit der ganzen Gender-Thematik nur am Rande beschäftigt hat, das schon auffällt, dann hat das was zu heißen. Etwas bekamen wir das schon während der Kinderflohmärkte zu spüren. Als wir auf die Frage Was wird es denn? mit einem Schulterzucken antworteten war die Auswahl plötzlich oft hinüber. Viele hatten Berge voller rosa und blauer Klamotten,...

Vier Monate als Papa

Die erste Zeit mit Baby ist um. Wir sind irgendwie keine Anfänger mehr und dabei in die Kategorie der erfahrenen Babyeltern aufzusteigen. Die letzten Wochen waren ein ziemlicher Achterbahntrip mit einigen Höhen und Tiefen. Über die Entwicklung der Babies gibt es zahlreiche ausführliche Artikel. Dagegen ist es weit schwerer mal etwas über die Entwicklung der Eltern zum Lesen zu ergattern. Elternsein ist ein (wohl nie endender) Prozess. Das habe ich inzwischen gelernt. Aber wie in jedem Prozess, gibt es auch mal Einbahnstraßen und falsche Abzweigungen. Wie es mir die letzten Monate mit Baby ergangen ist, darum geht es in diesem Artikel. Familienzeit Die ersten vier Monate sind geschafft. Jetzt sind es nur noch 17 Jahre und 8 Monate bis unser Töchterchen laut Gesetz erwachsen sein wird. Mir schwant, was uns all diese Jahre (und unser ganzes Leben) noch blühen wird. Aber Spaß beiseite, die Probleme scheinen tatsächlich mit dem Kind zu wachsen. Inzwischen gab es schon einige Höhen und Tiefen. Ja, selbst erste Streitereien zum Umgang mit unserem Töchterchen brachen schon zwischen der tollsten Frau der Welt und mir aus. Und dennoch: Es stellt sich irgendwie eine gewisse Gelassenheit ein. Die Dinge mögen in einem Moment noch total mies aussehen und am nächsten Tag scheint die Sonne aufs Familienleben. Dann fliegen die Stunden nur so vorbei und sind erfüllt von Babylachen. Gerade höre ich eine alte Clueso Platte und er singt: immer wenn ich was neues ausprobier’ lauf ich wie Barfuß über Glas doch ich fühl’ mich federleicht weil es sich fast immer lohnt und so erscheint das nichts so bleibt, wie es ist fast schon, wie gewohnt Das trifft es eigentlich ganz gut. Die Wachstumsschübe bringen so einiges Neues mit sich. Es ist wirklich fies, wie diese Phasen einfach so eintreten sobald...

Gedanken aus München

Nachdem ich heute wenigstens mit etwas Abstand auf die gestrige Nacht zurückblicken kann, würde ich gerne meine Gefühle beschreiben. Wahrscheinlich ist es noch viel zu früh dafür. Aber ich halte es dennoch für festhaltenswert wie unser gestriger Abend verlief. Für mich war gestern der erste Abend in meinem Leben als Erwachsener, an dem ich richtig Angst hatte. Unsere Bewerbungen für Münchner Studienplätze haben wir vom Dach eines Hostels in Perus Haupstadt Lima Peru geschrieben. Fast ein volles Jahr sind wir nur mit einem Rucksack um die Welt gezogen. Die Fukushima Katastrophe haben wir in einem Cafe in Thailand miterlebt - mit einem Flugticket von Bangkok über Tokio nach Bogotá in der Hand. Stunden bevor unser Flieger ging, wurde die deutsche Botschaft in Japans Hauptstadt bis auf eine Notbesetzung evakuiert. Mit einer alten, wackligen Propellermaschine und ohne jegliche Sicherheitschecks flog uns die bolivianischen Luftwaffe von La Paz in den Regenwald nach Rurrenabaque. Bei all diesen Dingen hatte ich selbstverständlich Angst. Noch nie aber war sie aber so greifbar, so präsent wie gestern Nacht. Eingeholt vom Wahnsinn Wie jeden Freitag Abend brachte ich die tollste Frau der Welt zum Rückbildungskurs. Auf dem Rückweg ging ich mit unserem Töchterchen durch den Weißenseepark zurück zu unserer Wohnung. Etwas seltsam fand ich es schon, dass ich beim Heimlaufen vor Stadelheim einige Blaulichter sah. Aber gut, wir haben schon einmal einen Großeinsatz dort miterlebt. Wenn in so einem großen Gefängnis mal ein Rauchmelder losgeht, dann wird eben sofort ein Notfallprotokoll abgefahren. In der Regel stehen dann zwanzig Fahrzeuge vor den Mauern. Nach 10 Minuten wird dann ein Fehlalarm erkannt und der Spuk ist um. Immerhin schlief unser Baby auf dem Heimweg trotz der Sirenen und Blaulichter ein. Ich schloss die Wohnung auf. Es dauerte keine Minute bis mein Handy summte und mich die...

Kino Parentopolis: Die Kinder des Monsieur Mathieu

Ich habe in keinem Mama- oder Papablog bisher von Filmen über Kinder oder das Elterndasein gelesen. Kinderfilme und irgendwelche Netflix-Serien werden besprochen, aber kaum irgendwelche Streifen, die sich um Erziehung, Kinder selbst oder deren Eltern drehen. Irgendwie kam mir das seltsam vor. Es gibt doch jede Menge Kinofilme, die direkt oder indirekt mit dem Elternsein zu tun haben. Einige davon sind Schund, andere wirklich sehenswert. In der Rubrik Kino Parentopolis möchte ich jene Filme vorstellen, die ich für sehenswert halte und die mich auf die ein oder andere Weise beeinflusst haben. Den Start macht Die Kinder des Monsieur Matieu, einem in Frankreich sehr bekanntem Streifen. Im Englischen heißt er The Chorus und hat eine IMDBb Wertung von 7.9. Die Kinder des Monsieur Mathieu Ein Film, der von Kritikern des ArtHouse gefeiert wurde und auch in Deutschland erstaunlich gut ankam. So selbstverständlich ist das nicht für einen Streifen, der klassische Musik so präsent einsetzt. Zugegeben, mit Kinderchören konnte ich vorher auch nie etwas anfangen. Aber Mathieu hat mich so weit gebracht Stücke des Kinderchors der Staatsoper Stuttgart auf meine Spotify-Playlists zu setzen. Besetzt ist er nahezu durchgängig von Laiendarstellern. Es kommt sogar noch dicker: Einige der minderjährigen Hauptdarsteller sind sogar tatsächlich Mitglieder eines Kinderchores. Der durchschlagende Erfolg des Filmes und seiner Musik zog für diese Jungs sogar eine Kinderchor-Tournee nach sich. Auf YouTube gibt es Live-Mitschnitte davon zu sehen. Die Handlung Wer keine Spoiler lesen möchte, der sollte den nächsten Abschnitt auslassen und bei der letzten Überschrift wieder einstiegen! Es regnet. Ein ergrauter Herr namens Pépinot klingelt bei einem gefeierten und ebenso in die Tage gekommenen Star-Dirigenten Pierre Morhange. Bis der Besuchte den Besucher erkennt dauert es etwas. Als der Name Mathieu fällt, tauchen die beiden...

Geschichten aus der Elternzeit

Es ist vollbracht. Nach acht Wochen ist meine Elternzeit nun offiziell zu Ende. Um ganz ehrlich zu sein bin ich froh. Nicht,weil ich nun 8 Stunden am Tag weit weg von meinem Kind bin. Einfach nur deshalb, weil ich es wirklich vermisst habe zu arbeiten. Die letzten beiden Monate waren wunderschön und super anstrengend zugleich. So eine Elternzeit ist schon eine verrückte Erfahrung. Sie war ganz anders als ich sie mir vorgestellt habe und ich möchte sie trotzdem (oder gerade deswegen) nicht missen. Da waren die Tage an denen mich mein Töchterchen überraschte und sie ein Dauergrinsen aufsetzte. Vergnügt lachte sie stundenlang vor sich hin und beschäftigte sich sogar eine ganze Weile mit sich selbst. Es war mir richtig unheimlich wie gut sie an diesen Tagen drauf war. Wenn sie erst mal lernt ein solches Grinsen gezielt einzusetzen werde ich nie in der Lage sein sie dazu zu zwingen Hausaufgaben zu machen oder ihr Zimmer aufzuräumen Dann gab es die Tage, da war sie einfach nur schlecht drauf. Ich denke wir haben inzwischen zwei dieser verdammten Wachstumsschübe hinter uns. Ihre Fortschritte sind wirklich beachtlich. Jetzt wird schon versucht nach allem zu greifen und sie nuckelt fröhlich an allem was nicht bei drei auf den Bäumen ist. Aber wehe ihre Nuckelobjekte schaffen es ihrem Mund zu entfliehen - ein solcher Frevel wird umgehend mit einem Donnerwetter quittiert. Das gilt nicht zuletzt für Papas Finger Auch mit der Hüftnachreifung geht es gut voran. Das Töchterchen hatte ja den Drehwurm und bei Babies in Beckenendlage ist es nicht ungewöhnlich, dass eine Hüftfehlstellung auftritt. Üblicherweise ist diese Untersuchung Teil der U3. Kids mit dem Punk im Blut werden aber direkt bei der U2 schon auf diesen Punkt abgeklappert. Das Töchterchen ist also beim Baby-TÜV schon früh durchgefallen und so...