Bestattungskultur

Bestattungskultur bedeutet das weltliche Abschiednehmen von Verstorbenen. In den letzten Jahren hat sich die Bestattungskultur und die Welt der Trauer in Europa verändert. Es wird in der Öffentlichkeit über neue Bestattungsformen wie Urnenbeisetzungen, Ausstreuen von Asche auf namenlosen Grabfeldern usw diskutiert. Obwohl noch viele Menschen die Auseinandersetzung mit dem eigenen Ableben scheuen, der Wunsch nach Selbstbestimmung und Individualität im Leben und auch nach dem Tod wird immer stärker. Immer mehr Menschen, vor allem jüngere, wollen bei ihrer eigenen Beerdigung eigene Wünsche berücksichtigt wissen und kehren damit von traditionellen Riten der Bestattungskultur ab. Die Beerdigung soll das Leben widerspiegeln, so die Ansicht vieler, also ergeben sich Fragen, welche Musik soll auf der Beerdigung gespielt werden, an welchem Ort möchte ich begraben werden und vor allem wie will ich begraben werden? Aus der Sinneswandlung in der Gesellschaft ergeben sich also zwangsläufig neue Rituale. Ein Beispiel für die neue Umgangsweise mit dem Tod ist auch die öffentliche Diskussion um Patientenverfügungen. Vorbildlich gehen die Menschen in den Niederlanden mit dem eigenen Ableben um und stellen damit ihre Fähigkeit, auch schwierige und belastende Themen nicht zu verdecken unter Beweis. In den Niederlanden gibt es kaum noch Standardbeerdigungen. In Deutschland dagegen steht dieser offenen Auseinandersetzung mit dem eigenen Tod, oder sagen wir der Kreativität für die eigene Beerdigung auch oft noch die Bürokratie im Wege.

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